Koch-Gruppe Audi schleppt Lkw ab – Belohnung für couragierten Fahrer

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Dass der Größere dem Kleineren hilft, ist nicht ungewöhnlich. Läuft die Hilfe anders herum, ist es schon bemerkenswert. Erst recht, wenn der Kleinere ein Audi A6 ist, der einen Tanklaster einen schneeglatten Berg hochzieht.

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Vorne ein A6 Avant, hinten ein Tanklaster, dazwischen ein Schwerlastgurt: Ein im Stau stehender Autofahrer filmte diese ungewöhnliche Abschleppaktion.
Vorne ein A6 Avant, hinten ein Tanklaster, dazwischen ein Schwerlastgurt: Ein im Stau stehender Autofahrer filmte diese ungewöhnliche Abschleppaktion.
(Bild: Screenshot Privatvideo)

Im Landkreis Schwäbisch Hall hat ein couragierter Audi-Fahrer einem mit der Schneeglätte kämpfenden Tanklaster aus seiner misslichen Lage geholfen. Weil das Lkw-Gespann am Berg hing und auf der schneebedeckten Bundesstraße nicht mehr vorankam, besann sich der Audi-Fahrer der stattlichen PS unter der Motorhaube seines A6 Avant 3.0 TDI – exakt 313 Pferdestärken sind es. Damit schaffte es der Pkw tatsächlich, dem Lkw über den Berg zu helfen.

Das ungewöhnliche Gespann setzte sich in Bewegung, anwesende Autofahrer filmten die Rettungsaktion, das Video verbreitete sich schnell auf den Social-Media-Kanälen und erreichte schließlich auch die Koch-Gruppe, den regionalen VW-, Audi-, Skoda- und Seat-Händler mit mehreren Standorten.

Großer Bahnhof für den Helfer: Dieser Audi A6 Avand 3.0 TDI zog einen Lkw einen schneeglatten Hang hinauf und machte damit eine Bundesstraße frei.
Großer Bahnhof für den Helfer: Dieser Audi A6 Avand 3.0 TDI zog einen Lkw einen schneeglatten Hang hinauf und machte damit eine Bundesstraße frei.
(Bild: Koch Automobile)

„Mein Bruder hat das Video per Whatsapp bekommen und mir geschickt“, berichtet Stefan Härterich, Geschäftsführer des Autohaus Koch, im Gespräch mit »kfz-betrieb«. „Wir fanden es erstaunlich, dass Privatleute so etwas gemacht haben.“ Über den Facebook-Kanal seines Unternehmens startet er einen Suchaufruf nach dem hilfsbereiten Autofahrer. Die Resonanz war hoch: 263 Kommentare verzeichnet der Eintrag, noch viel häufiger wurden Video und Suchaufruf geteilt.

„Das ist eine Wahnsinns-Aktion gewesen und zeigt auch was ein #quattro alles kann. Starke Leistung von Fahrer*in und Audi“, hieß es in dem Post. Und weiter: „Liebe*r Fahrer*in, des Audi A6, bitte melde dich bei uns – wir haben eine Überraschung.“ Alle Facebook-Leser wurden zudem aufgefordert, Hinweise auf den Retter zu geben. Auch der Hersteller griff das Thema in seinen Social-Media-Kanälen auf.

Gutschein und Geschenke für den Fahrer

Tatsächlich war der Audi-Fahrer schon wenige Stunden später gefunden. Für seine Tat bekam er vom Autohaus einen Gutschein für die nächste Hauptuntersuchung mitsamt Abgasuntersuchung sowie verschiedene Merchandising-Artikel von Audi – vom Schlüsselanhänger bis zu Sporttasche und Picknickdecke im Wert von 300 Euro. Schließlich war die Tat „beste Werbung für Audi“.

Auch der Autofahrer, der die Szene gefilmt und ins Netz gestellt hatte, bekam eine kleine Aufmerksamkeit. „Ich hätte nie gedacht, dass die Aktion solche Wellen schlägt“, sagte Härterich – und schmunzelt ein bisschen, dass der Audi-Fahrer bislang kein Kunde seines Autohauses ist.

Lkw hatte noch Sommerreifen drauf

Der Audi-Fahrer berichtete bei der Präsentübergabe, wie es zur Hilfe gekommen war. Auf dem Heimweg hatte er den querstehenden Lkw gesehen, zu Hause einen speziellen Schwerlastgurt eingepackt und war zurückgefahren, um Hilfe anzubieten. Und weil der Lkw mit seinen Sommerreifen immer noch festhing, erlaubten die anwesenden Polizisten ungläubig, aber dankbar seinen Einsatz (schließlich liegt die maximale Anhängelast des Audi bei 2,5 Tonnen).

Er habe geholfen, weil es gerade in diesen Zeiten Einsatz und Zivilcourage nötig seien, auch wenn es Zeit gekostet habe, zitiert Härterich aus dem Gespräch mit dem Helfer. Von einer Wiederholung der konkreten Aktion rät der Audi-Fahrer aber weitgehend ab. Dies sei nur möglich gewesen, weil er die Leistungsfähigkeit seines hochmotorisierten Autos gekannt und die Polizei abgesichert habe. Viel mehr Gewicht hätte das Auto wohl nicht mehr verkraftet.

Zum Facebook-Auftritt der Koch-Gruppe

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