Aufwärtstrend löst nicht alle Probleme der Renault-Händler

Autor: Christoph Baeuchle

Für Renault und Dacia lief das Jahr 2017 rund, allerdings nicht an allen Stellen. Wo es hakt, verdeutlichte die Präsidentin des Renault-Händlerverbands, Sylke Eßer-Bruß, auf der Mitgliederversammlung. Importeurschef Uwe Hochgeschurtz dürfte einiges davon bekannt vorkommen.

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Gutes Führungs-Duo: Verbandspräsidentin Sylke Eßer-Bruß und Uwe Hochgeschurtz, Chef von Renault Deutschland.
Gutes Führungs-Duo: Verbandspräsidentin Sylke Eßer-Bruß und Uwe Hochgeschurtz, Chef von Renault Deutschland.
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Der gute Lauf von Renault war auf der Mitgliederversammlung des Verbands Deutscher Dacia und Renault Partner (VDRP) deutlich zu spüren: Mit einem Anstieg der Neuzulassungen um mehr als zwölf Prozent hat Renault die Entwicklung der meisten Fabrikate im nahezu abgelaufenen Jahr übertroffen. Auch die Rendite konnten die Partner im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Entsprechend gut war die Stimmung der Händler auf dem Verbandstag in Dresden.

Renault könnte in Deutschland sogar ein seit Langem angestrebtes Ziel zum Jahresende erreichen: Die Franzosen nehmen in Deutschland Kurs auf einen Marktanteil von sechs Prozent. In den ersten zehn Monaten ist der Anteil von Renault und Dacia an den Gesamtverkäufen um knapp 0,7 Punkte gewachsen.

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„Das Jahr 2017 ist für Renault sehr gut gelaufen“, sagte Uwe Hochgeschurtz auf der Mitgliederversammlung in Dresden. Das gilt nicht nur für die Entwicklung in Deutschland, sondern für den gesamten Konzern. „Wir werden uns 2018 auf dem gleichen Pfad bewegen“, kündigte er den Partnern an. Dazu beitragen dürften der neue Duster, der Anfang des Jahres kommt, sowie die Sportmarke Alpine.

Gute Aussichten also für die französische Marke und ihre Händler. Dass noch Luft nach oben ist, zeigte Sylke Eßer-Bruß, Präsidentin des Verbands Deutscher Dacia und Renault Partner. Zwar ist 2017 „verdammt viel gut gelaufen“, wie Hochgeschurtz sagte, aber es hätte noch einiges besser laufen können.

Ärgerlich ist vor allem, dass die Probleme nicht neu sind:

  • Das mangelhafte Bestellsystem sorgte dafür, dass keine verbindlichen Lieferzeiten für Neuwagen und Ersatzteile genannt werden konnten.
  • Das mangelhafte Distributionssystem führte dazu, dass etliche Fahrzeuge zu früh geliefert wurden und Händler weitere Flächen anmieten mussten.
  • Zahlreiche Audits banden Mitarbeiterkapazität während der Urlaubszeit.

Wie in den Jahren zuvor kündigte Renault an, sich um Besserung zu bemühen. Vor allem beim Bestellsystem. Zudem stehen den Händlern erhebliche Investitionen ins Haus wegen der Umstellung der Betriebe auf die neue Renault-CI. Über die Umsetzung laufen noch Verhandlungen zwischen Verband und Importeur. Es gibt tatsächlich Luft nach oben.

Weitere Informationen zur Mitgliederversammlung der Renault- und Dacia-Händler veröffentlicht »kfz-betrieb« in der Ausgabe 48, die am 8. Dezember erscheint.

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 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände