Ausbildung im Kfz-Gewerbe ist zukunftsfähig

Redakteur: Johannes Büttner

Die Referenten des Forums „Auto und Ausbildung“ stellten der beruflichen Bildung im deutschen Kfz-Gewerbe ein gutes Zeugnis aus. Die Branche sei für die Zukunft gerüstet.

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Die Livepräsentation von Arbeiten an Hochvoltfahrzeugen durch Werner Steber war ein Höhepunkt von „Auto und Ausbildung“.
Die Livepräsentation von Arbeiten an Hochvoltfahrzeugen durch Werner Steber war ein Höhepunkt von „Auto und Ausbildung“.
( Zietz )

Mit der Zukunft der beruflichen Ausbildung im deutschen Kfz-Gewerbe beschäftigten sich rund 120 Teilnehmer am 7. Oktober. Sie kamen zur fünften Auflage von „Auto und Ausbildung – Das Forum“ nach Würzburg, um sich in Referaten, Diskussionen und Livepräsentationen mit einem Thema zu befassen, das auf den ersten Blick visionär wirkt. Aber wie Werner Degen, Chefredakteur der veranstaltenden Ausbildungsmagazine »autoFACHMANN« und »autoKAUFMANN«, in seiner Begrüßung erklärte, ist die Zukunft der beruflichen Ausbildung für Kfz-Betriebe eigentlich Tagesgeschäft: „Die Technik entwickelt sich ständig voran, dem muss die Berufsbildung folgen.“

Ähnlich sah das die Schirmherrin des Kongresses, ZDK-Geschäftsführerin Birgit Behrens: „Wir leben und arbeiten in einer sehr modernen, attraktiven und zukunftsweisenden Branche und müssen deshalb alles dafür tun, weiterhin gut aufgestellt zu bleiben.“ Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe unterstützte gemeinsam mit den drei Sponsoren ZF Services, AVL Ditest und Lucas-Nülle „Auto und Ausbildung“.

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In seinem Keynote-Vortrag betonte der Forschungsdirektor des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB), Prof. Dr. Reinhold Weiß, dass das duale System der Berufsbildung in Deutschland weiterhin das Rückgrat der Qualifizierung bilde. Die viel beschworene Akademikerlücke bestehe hauptsächlich auf dem Papier. Die Wirtschaft schätze die geringen Einarbeitungszeiten und die hohe Praxiskompetenz, die mit einer dualen Ausbildung verbunden seien. Dennoch dürften sich die Bildungsverantwortlichen nicht zurücklehnen, sondern müssten das System weiterentwickeln und an einigen Punkten reformieren.

Besonders anschaulich wurde der Kongress für die Besucher dann mit dem nächsten Programmpunkt „E-Mobilität und beruflicher Wandel“. ZDK-Referent Werner Steber und Johannes Müller von der TAK demonstrierten an einem Prius III mit Plug-in-Hybrid, welche Sicherheitsmaßnahmen nötig sind, um an einem Hochvolt-Fahrzeug Wartungsarbeiten durchzuführen. Hannes Bloder von der Firma AVL Ditest stellte dazu passend die erforderlichen Messgeräte vor sowie den HV-Safety-Trainingkoffer von AVL. Und Joachim Syha vom ZDK informierte über die gar nicht so umfangreichen Auswirkungen, die die E-Technik auf die Berufsbilder des Kfz-Gewerbes hat.

Konzeptionelle Grundlagen der Berufsbildung

Um die konzeptionellen Grundlagen der Berufsbildung drehten sich dann die Referate nach der Mittagspause. Dr. Volker Born vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) erläuterte, dass die Berufsbildung im Handwerk handlungs- und kompetenzorientiert erfolgen müsse. Das bedeute: Die Lehrgänge und Prüfungen dürften nicht nach einzelnen theoretischen Themenblöcken aufgeteilt sein, sondern müssten sich an den praktischen Abläufen im Betrieb orientieren. Dr. Vera Meister von Univera Wissensdienstleistungen veranschaulichte dann, wie sich Lernergebnisse in Prüfungen kompetenzorientiert vermitteln lassen.

Prof. Dr. Martin Baethge von der Universität Göttingen referierte schließlich zur Förderung Begabter in der beruflichen Bildung. Diese werde angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger. Jedoch zeigten institutionelle Fördermaßnahmen von Seiten der öffentlichen Hand bislang kaum Erfolge. Baethge forderte die Betriebe daher auf, die Bildung und Weiterqualifizierung ihrer Talente zu unterstützen.

Den Abschluss von „Auto und Ausbildung“ bildete schon traditionell die feierliche Prämierung der Gewinner des Awards „Beste Berufsschule“. Einige Kongressteilnehmer nutzen danach die Gelegenheit, den Tag mit einer fränkischen Weinprobe im Staatlichen Hofkeller unter der Würzburger Residenz ausklingen zu lassen.

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