Ausbildungsniveau muss hoch bleiben

Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Südthüringen

| Autor: Holger Zietz

Glückwunsch: (v. li.) Holger Schade (Präsident Kfz-Gewerbe Thüringen), Max Schmidt (Landessieger 2018 Thüringen) und Manfred Staffel (stellv. Obermeister Kfz-Innung Südthüringen).
Glückwunsch: (v. li.) Holger Schade (Präsident Kfz-Gewerbe Thüringen), Max Schmidt (Landessieger 2018 Thüringen) und Manfred Staffel (stellv. Obermeister Kfz-Innung Südthüringen). (Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Für die Fachkräfte von morgen ist eine gute Ausbildung entscheidend. Nur so können sie mit der immer anspruchsvolleren Technologie in Fahrzeugen umgehen. Die Kfz-Innung Südthüringen fordert nun, dass die Prüfungsanforderungen für Kfz-Mechatroniker unverändert hoch bleiben sollen. „Autohäuser und Werkstätten suchen gut ausgebildete Fachkräfte“, betonte Manfred Staffel, stellvertretender Obermeister, auf der Jahreshauptversammlung der Kfz-Innung Südthüringen. Diese seien künftig nur zu finden, wenn entsprechend gut ausgebildete junge Fachkräfte nachrücken. „Mangelnde schulische Leistungen oder fehlende Sprachkenntnisse dürfen nicht zu einer Absenkung des Ausbildungsniveaus führen“, stellt Staffel klar.

Sorge bereitet Staffel dabei die Gruppe der Migranten unter den Kfz-Azubis. „Jeder Betrieb muss die schulischen und sprachlichen Vorkenntnisse der Azubis genau prüfen.“ Die hohe Schülerzahl in den Berufsschulklassen mache es Zuwanderern mit schlechten Deutschkenntnissen fast unmöglich, dem Unterricht zu folgen. Eine individuelle Förderung schwächerer Schüler ist bei großen Schulklassen nicht möglich. Entsprechend schlug der stellvertretende Obermeister vor, für Azubis aus anderen Ländern gesonderte Kurse wie „technisches Deutsch“ vor Beginn der Ausbildung einzurichten.

Gerade leistungsschwachen Bewerbern könnte die Einführung einer zweistufigen Ausbildung im Kfz-Gewerbe helfen. Auch der Landkreis Schmalkalden-Meiningen fordert höhere Bundes- oder Landesmittel zur Qualifizierung der asylsuchenden Bewerber um einen Ausbildungsplatz. Die Abbrecherquote in der Ausbildung sei unter den Migranten sehr hoch, erklärte dazu Landrätin Peggy Greiser in ihrem Grußwort. „Wir brauchen dringend positive Beispiele aus der Ausbildung von Migranten.“ In dieser Gruppe fehle es an Verständnis für eine Duale Ausbildung. Die Aussicht auf eine dreijährige Lehrzeit lasse bei vielen Bewerbern die Bereitschaft für eine Lehre sinken.

Die Ausbildung in den Autohäusern und Werkstätten in Südthüringen kann sich sehen lassen. Mit Max Schmidt kam der Gewinner des Thüringer Landeswettbewerbs 2018 aus der Kfz-Innung. Schmidt belegte beim Bundeswettkampf in Koblenz den 2. Platz. Nach der Ausbildung stehen die Kfz-Betriebe dann mit den in der Regel besser zahlenden Industriebetrieben im Wettbewerb. Für das Kfz-Gewerbe spreche das bessere Arbeitsklima im Familienbetrieb, machte Staffel deutlich. Keine Schichtarbeit und ein sicherer Arbeitsplatz seien für viele Arbeitnehmer wichtiger als ein etwas höherer Lohn.

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