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„Elektrofahrzeuge werden aufgrund der geringen Produktionsplanung 2014 eine eher geringe Rolle spielen. Die Nachfrage nach unserem BMW i3 ist aber erstaunlich positiv“, sagt Hans-Ulrich Overdreef. Das 2013er-Neuwagengeschäft schloss der Geschäftsführer vom Autohaus Overdreef in Duisburg auf Vorjahresniveau ab. Jedoch ging das Gebrauchtwagengeschäft im vierten Quartal um 30 Prozent zurück, was unterm Strich für einen 20-prozentigen Rückgang im Gesamtjahr sorgte. Die schwache Nachfrage bewirkte zudem einen Preisverfall, was sich negativ auf die Erträge auswirkte. „2013 war kein gutes Gebrauchtwagenjahr“, sagt Overdreef.
Dafür gab es einen Lichtblick im Service: Dort stiegen Umsatz und Ertrag. Über 2014 sagt der Geschäftsführer: „Der Neuwagenverkauf wird stabil bleiben bei leider geringen Erträgen. Das Gebrauchtwagengeschäft ist sehr schwer einzuschätzen. Wir hoffen auf ein Ende der Nachfrageflaute und dem damit verbundenen Preisverfall.“
Nur eine Handvoll E-Autos
„Elektrofahrzeuge spielen bei uns so gut wie keine Rolle. Die wenigen verkauften Fahrzeuge in diesem Jahr – in unserem Fall Smart Fortwo Electric Drive, Opel Ampera, Mitsubishi i-Miev und Peugeot iOn – können wir jeweils an einer Hand abzählen“, sagt Mehrmarkenhändler Helmut Peter aus Nordhausen. Unabhängig von den E-Autos konnte das Unternehmen im Neuwagen-Privatkundengeschäft das schlechte erste Quartal nicht mehr kompensieren, hingegen verlief das Firmen- und Behördengeschäft kontinuierlich auf Vorjahresniveau. Jedoch ging der Absatz von Peugeot-Neuwagen um weitere 25 Prozent zurück.
Bei Skoda, Suzuki und Mercedes-Benz konnte die Autohausgruppe ihren Marktanteil halten – ebenso im Gebrauchtwagen- und Servicegeschäft. „Wir blicken positiv in das Jahr 2014. Speziell bei Opel kann man eine spürbare Erholung erkennen. Da die Negativschlagzeilen nun endlich ein Ende haben und die positiven Eigenschaften der Marke wieder mehr im Vordergrund stehen, werden wir die Produkte auch in diesem Jahr wieder erfolgreich verkaufen und reparieren“, sagt Peter.
Ziele nicht ganz erreicht
Mercedes-Händler-Kollege Jürgen Tauscher sagt über die E-Autos: „Der Absatz von reinen Elektrofahrzeugen spielt in unserer Planung noch keine entscheidende Rolle, da weder das 2014 zu erwartende Angebot der Hersteller noch die Nachfrage unserer Kunden von Bedeutung für das Gesamtgeschäft sein werden.“ Zufrieden äußert sich der Vorstand der Bochumer Fahrzeug-Werke Lueg AG über das zurückliegende Neuwagengeschäft. „Insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des Gesamtmarktes in Deutschland ist auch das vierte Quartal positiv verlaufen. Auch wenn wir unsere eigenen, hochgesteckten Absatzziele nicht in vollem Maße erreichen konnten, haben wir unsere Marktanteile deutlich steigern können und somit das Beste aus dem zurückgehenden Markt gewinnen können.“
Ebenfalls erfreut äußerst sich Tauscher über das Gebrauchtwagengeschäft. Insbesondere die Erträge waren deutlich höher als im Vorjahr. Leicht rückläufig war das Servicegeschäft, was laut Tauscher an der deutlich höheren Produktqualität und den längeren Serviceintervallen liegt. Für 2014 erwartet der Lueg-Vorstand eine positive Entwicklung im Pkw-Vertrieb. „Im Service gehen wir davon aus, dass der leichte Rückgang der vergangenen Jahre zu stoppen ist und wir unsere Vorjahresergebnisse wieder erreichen können“, sagt Tauscher.
Mehr Servicegeschäft
Mehr Servicegeschäft 2014 erwartet auch Wolfgang Hermann vom Autohaus Hermann in Northeim. Mit dem Werkstattgeschäft in seinen Autohäusern war der Geschäftsführer 2013 sehr zufrieden, insbesondere mit dem Reifengeschäft. Bezüglich des Neuwagenverkaufs im neuen Jahr sagt Hermann: „Der Vertrieb wird geprägt sein von Angebotsfahrzeugen, speziell durch den Verkauf über die digitalen Medien. Die Stückzahlen werden leicht zurückgehen, das Renditeminus wird hingegen kräftiger sein.“ In Sachen Elektrofahrzeuge geht der Mehrmarkenhändler aufgrund eines insgesamt größeren Angebots von einem steigenden Absatz aus. Positiv blick der Geschäftsführer auch auf das kommende Gebrauchtwagengeschäft – sowohl was die Stückzahlen als auch den Ertrag angeht.
Werkstattportale werden spürbar
„Wir sind Elektromobilitätspartner der Volkswagen AG und stehen dieser Technologie positiv gegenüber. Jedoch gehen wir auch 2014 von einem sehr niedrigen Verkaufsniveau aus“, sagt Uwe Gehrmann vom Autohaus Wicke in Bochum. Das abgelaufene vierte Quartal bewertet der Geschäftsführer sehr unterschiedlich. „Der Oktober war noch befriedigend und wir konnten den Monat durch taktische Zulassungen und auslaufende Herstellerprämien sehr gut abschließen. Der November war mäßig, der Dezember wieder besser. Hier machte sich die starke Vordisposition des Golf Plus bemerkbar.“ 2013 habe das Unternehmen erfolgreich gemeistert, jedoch seien die Marktstimulationen durch den Hersteller bald nicht mehr zu überschauen.
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