Ausblick 2014: E-Auto bleibt Mauerblümchen

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Freude kommt bei Gehrmann in Sachen Gebrauchtwagen auf. Den Absatz hat er um 31 Prozent gesteigert, der Bruttogewinn liegt bei acht Prozent, die Standtage bei 63. Für 2014 hat sich das Autohaus deutlich mehr Gebrauchtwagenverkäufe als bisher vorgenommen. Grund: Noch im ersten Quartal eröffnet die neue Gebrauchtwagenausstellung mit Weltauto-Showroom ihre Pforten. Das Wicke-Servicegeschäft ist 2013 um vier Prozent gestiegen. Jedoch stellt Gehrmann eine negative Entwicklung bei den älteren Fahrzeugsegmenten fest. Im Ruhrgebiet machten sich die Online-Werkstattportale bereits bemerkbar.

Fortgesetzter Verdrängungswettbewerb

Dass sich der Smart Electric Drive nach einem sehr guten Start im vergangenen Jahr auch 2014 weiter etablieren wird, davon ist Michael Eidenmüller überzeugt. Der Chef von Auto-Scholz in Bamberg äußert sich zufrieden mit dem Pkw- und dem Nfz-Neuwagenverkauf. Selbiges gilt für die Gebrauchtwagensparte. „Einziger Wermutstropfen bleibt wie schon in den vergangenen Jahren die Restwertproblematik der auslaufenden Leasing- und Finanzierungsgeschäfte“, sagt Eidenmüller. Die hieraus entstandenen Verluste konnte das Unternehmen nicht durch die Erträge aus den anderen Geschäftsfeldern kompensieren.

Für 2014 erwartet Eidenmüller „einen leicht wachsenden Pkw-Gesamtmarkt von maximal zwei Prozent“. Der Verdrängungswettbewerb wird seiner Meinung nach weitergehen. Vor allem die neue C-Klasse, der neue GLA sowie die S-Klasse und der CLA sollen den Neuwagenabsatz des Mercedes-Händlers ankurbeln.

Eidenmüllers Händlerkollege Jürgen Henninger vom Autohaus Schmolck in Emmendingen hat im vierten Quartal bedeutend weniger Neuwagen ausgeliefert als im Vorjahr. Die Auftragseingänge für die A-Klasse und B-Klasse sowie die S-Klasse waren allerdings gut. Jedoch erfolgen die Auslieferungen an die Kunden zu oft erst im zweiten Quartal 2014. „2013 haben wir circa zehn Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im guten Jahr 2012. Der Umsatz war aber nur rund fünf Prozent schlechter.“ Weniger Autos verkauft hat auch die Gebrauchtwagensparte des Unternehmens, jedoch waren hier die Deckungsbeiträge besser als 2012. „Der bessere Deckungsbeitrag wurde ausschließlich im vierten Quartal erzielt“, sagt Henninger.

Er ist sich sicher, dass das Unternehmen mit der Marke „Junge Sterne“ bezüglich Premium-Gebrauchte für 2014 gut aufgestellt ist. Beim Serviceumsatz legt das Autohaus Schmolck 2013 um satte zehn Prozent zu. Ein Großteil des Zuwachses resultiert aus einem intensiveren Unfall- und Karosseriegeschäft inklusive Kooperationen mit Versicherungen.

Eine etwas andere Meinung als sein Händlerkollege Eidenmüller hat Henniger in Sachen Elektrofahrzeuge. „Der Absatz von reinen Elektrofahrzeugen wird sich wohl eher verhalten entwickeln. Das gilt leider auch für den Elektro-Smart.“

Aufwind bei Opel

Das sieht auch Knut Brinkmann vom Autohaus Brinkmann-Bleimann in Güstrow so. Der Mercedes- und Opel-Händler antwortet auf die Frage, welche Rolle E-Autos für seine Planung in 2014 spielen, kurz: keine Rolle! Aber ansonsten blickt der Geschäftsführer optimistisch auf den Vertrieb 2014. „Ich glaube, dass es Nachholinvestitionen geben wird und wir mit der großartigen neuen C-Klasse und dem GLA weiter Marktanteile gewinnen.“ Im Service hofft Brinkmann, das gute Niveau des letzten Dreivierteljahres zu halten. Auf ein katastrophales erstes Quartal folgten drei sehr starke Quartale. Am Jahresende verbuchte das Unternehmen sogar ein besseres Ergebnis als im Vorjahr.

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In Sachen Fahrzeugverkauf fällt die Brinkmann-Bilanz 2013 uneinheitlich aus. „Wir sind gar nicht zufrieden mit der Gesamtmarktentwicklung. Aber wir sind sehr zufrieden mit unserer Markenperformance. Daimler steht zu seinen Händlern und unterstützt die gute Vertriebsleistung mit sehr guten Produkten und echter Loyalität. Sowohl bei Mercedes wie auch bei Opel spüren wir starken Aufwind und steigende Marktanteile.“ Über das zurückliegende Gebrauchtwagengeschäft sagt Brinkmann: „Obwohl wir mit einem von Deckungsbetrag 1 mit über 5 Prozent zu den Top Ten im Kollegenvergleich gehören, reichen die Erträge nicht aus, um ein positives Betriebsergebnis 2 zu erreichen. Der Absatz erreichte insbesondere im vierten Quartal nicht unsere Planzahlen.“

Enormer Preiskampf

Mit 2013 in keiner Weise zufrieden ist Stefan Zschernitz. Das gilt sowohl für den Neuwagen-Auftragseingang als auch den Ertrag. „Auch im vierten Quartal war der Auftragseingang im Vergleich zu 2012 rückläufig. Wir liegen 15 Prozent unter Vorjahr. Kumuliert für 2013 bedeutet das im Auftragseingang ein Minus von elf Prozent. Auch der Ertrag musste leiden. Hier liegen wir circa 1,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreszeitraums“, sagt der Geschäftsführer vom Autohaus Zschernitz in Karlsruhe.

Schleppend angelaufen war auch das Gebrauchtwagengeschäft zu Jahresbeginn. Im Laufe des Jahres wurde der Absatz aber immer besser, sodass das Gesamtjahr auf Vorjahresniveau abschloss. „Leider hat sich der enorme Preiskampf im Neuwagengeschäft auch auf die Gebrauchtwagenrendite ausgewirkt. Auch hier liegen wir unter Vorjahresniveau“, sagt Zschernitz. 2014 sieht der Unternehmer nicht ganz so optimistisch. Er gehe zwar von einem Wachstum aus, jedoch im homöopathischen Bereich. „Meine Hoffnung liegt in der Verbesserung der Erträge. Die Hersteller müssen ihre Kapazitäten anpassen und die enormen Rabatte zurückfahren, damit der Preisverfall zurückgeht“, fordert der Geschäftsführer.

Elektrofahrzeuge haben in seiner Planung für 2014 keine bedeutende Rolle. „Hier ist, wie seit Beginn der Elektrofahrzeug-Aktivitäten, nur mit sehr geringen Stückzahlen zu rechnen.“

Professionelle überleben

Opel-Händlerkollege Mario Böttche vom Autohaus Böttche in Belzig äußert sich wiederum ganz zufrieden mit dem abgelaufenen Jahr. „Durch eine sehr gute Kommunikation mit dem Hersteller konnten wir das Neuwagengeschäft mit Tageszulassungen und spezifizierten Angeboten ankurbeln. Der Auftragseingang war in Teilbereichen sehr gut, in anderen Segmenten sehen wir noch mehr Potenzial. Das schlechte erste Quartal war zwar nicht mehr auszugleichen, allerdings ist die Ertragssituation weiterhin auf einem sehr guten Niveau.“ Der Absatz von Elektrofahrzeugen wird jedoch nicht steigen. Hier fehle die Nachfrage, zudem seien die Verkaufspreise zu hoch.

Im Service verzeichnete der Unternehmer „bedeutende Zuwächse“. Das wird laut Böttche auch 2014 so weitergehen. Im Neuwagenvertrieb wird es seiner Meinung nach weiter heiß hergehen und ein absoluter Verdrängungswettbewerb stattfinden. Und im Gebrauchtwagengeschäft würden in den nächsten Jahren nur jene Unternehmen überleben, die ordentliche Prozesse und ein funktionierendes Bestandsmanagement haben.

Gebrauchtwagengeschäft

„Der Neuwagenabsatz 2013 lag nur auf 70 Prozent des Vorjahresniveaus. Im vierten Quartal stieg der Pkw-Auftragseingang auf Vorjahresniveau, Tendenz steigend“, resümiert Nico Petelka vom Autohaus-Zentral in Saalfeld. Zufrieden ist der Citroën-Händler mit dem Gebrauchtwagengeschäft. Er hat nicht nur ebenso viele Gebrauchte wie im Vorjahr verkauft, sondern es war auch mehr hochpreisige Ware gefragt, was die Ertragslage spürbar verbesserte.

2014 will der Unternehmer sowohl mehr Neu- und Gebrauchtfahrzeugen als auch mehr Transporter verkaufen. Elektrofahrzeuge spielten keine große Rolle. Die Nachfrage sei in der Region sehr übersichtlich, der hohe Verkaufspreis zudem ein Hindernis.

Qualität und Fleiß

In Deutschlands einziger Metropole Berlin ist die Akzeptanz der E-Autos schon höher. „Der BMW i3 kommt sehr gut an. Wir sind überzeugt, dass sich bereits 2014, und damit deutlich früher als angenommen, ein solides Geschäftsmodell entwickeln wird“, sagt Dierk Harneid vom Autohaus Riller & Schnauck in Berlin. Für den Geschäftsführer erfreulich ist zudem, dass der Neuwagenverkauf und die Auslieferungen an Endkunden im vierten Quartal deutlich an Fahrt aufgenommen haben. Und bei den Gebrauchtwagen normalisierten sich zum Jahresende Bestand, Absatz und Ertrag. „Insgesamt haben wir 2013 zwar etwas weniger Gebrauchtwagen verkauft als im Vorjahr, der absolute Deckungsbeitrag ist jedoch gestiegen“, sagt Harneid.

Mit Blick auf das neue Jahr sagt er: „Es gibt keine verlässlichen Indikatoren, die auf eine deutliche Belebung oder Verschlechterung der Endverbraucher-Nachfrage hinweisen. Es wird auch 2014 darauf ankommen, sich einen Teil der regionalen Marke zusätzlich durch Qualität und Fleiß zu erarbeiten.“

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