Auto-Check: Subaru Outback Diesel

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Der Outback ist ein praktischer und zuverlässiger Begleiter auf unterschiedlichen Terrains. Auf und eben auch abseits (fast) aller Straßen.

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„Hybrid“-Kombi: Der Subaru Outback ist auf und abseits der Straße zu Hause.
„Hybrid“-Kombi: Der Subaru Outback ist auf und abseits der Straße zu Hause.
(Foto: Dominsky)

Manchmal fragt man sich schon, was oder woran Autobauer bei der Namensgebung ihrer Modelle denken. Was Peugeot wohl bewogen hat, einem Transporter den Namen eines Kampfsportlers zu geben oder was Volkswagen dazu brachte, einen Kleinwagen einfach „auf“ zu nennen? Auch eine karstige, fernab jeglicher Zivilisation gelegene Region als Namensgeber ist nicht gerade selbstverständlich: das australische Outback. Oder etwa doch?

Vielleicht wollten die japanischen Marketingstrategen im Großstadtdschungel von Tokio, dem Sitz der Subaru-Mutter Fuji Heavy Industries, gedanklich eine Brücke schlagen? Eine Brücke, die dem potenziellen Käufer signalisieren soll „der hier ist gut für den asphaltierten Boulevard einerseits, aber hat auch keine Berührungsängste mit rauem Gelände andererseits“?

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Gute Voraussetzungen bringt der in seiner aktuellen Ausführung seit 2009 produzierte Outback dafür jedenfalls mit. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Nippon-Marke ihren ersten Dieselmotor präsentiert. Eine 2,0-l-Maschine mit 150 PS/110 kW, traditionell in Boxer-Bauart ausgeführt, mit dem auch unser Testwagen ausgestattet war – erkennbar an der markanten Hutze in der Motorhaube. Der verrichtet traditionell seine Arbeit nicht nur sehr vibrationsarm und ohne die heute vielfach typische Anfahrschwäche sondern auch sparsam. An den theoretischen Prospektwert von 6,3 Liter/100 km kamen wir mit guten sieben Liter in der Praxis fast heran. Davon können Kunden anderer Hersteller oft nur träumen!

Automatik der besonderen Art

Zu verdanken ist diese Tatsache trotz oder gerade eben wegen des Einsatzes der „Lineartronic“ genannten Automatik. Hinter ihr verbirgt sich ein stufenloses CVT-Getriebe, bei dem man mittels Lenkradpaddel oder Schalthebel auch künstliche Fahrstufen einlegen kann. Genau die nutzt der Hersteller auch bei flotter Fahrweise und umgeht so – sonst CVT-typisch – ein gleichbleibend hohes Drehzahlniveau, das bestenfalls den Komfortanspruch von Kleinwagen erfüllt. Eine konstruktionsbedingt fehlende Zugkraftunterbrechung – ideal für den der gerne Anhänger an den Haken nimmt – ist ein weiterer Pluspunkt dieser einmalige Antriebspaarung. Apropos Haken: Wer seinen Outback Lineartronic als Zugfahrzeug einsetzt, für den purzelt das Ölwechselintervall seines Getriebes auf bescheidene 45.000 Kilometer!

Da Subaru-Fahrer eher selten der Kategorie Astronauten entstammen, verschmerzen es vermutlich die meisten seiner Käufer, dass der hochbeinige Kombi nicht gerade wie eine Rakete beschleunigt – bei 1,65 Tonnen Leergewicht kein Wunder – bzw. deren Geschwindigkeit nicht erreicht – bei 195 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Auch in Sachen Innenraumdesign gehen die Ansprüche der Käuferklientel weniger in Richtung State-of-the-art. Hier erwartet die Insassen ein deutlicher Hauch neunziger Jahre Flair.

Gleiches gilt für zeitgemäße Fahrerassistenzsysteme: Auch hier ist der Outback nicht auf der Höhe der Zeit bzw. seiner Mitbewerber. Dafür punktet er mit einer guten Übersicht, was – auch das sorgt für Sicherheit! – sowie mit Bedienelementen, die keine Rätsel aufgeben bzw. überhaupt auf Anhieb zu finden sind, was heute nicht mehr selbstverständlich ist.

Erst recht spielt der Japan-Kraxler abseits befestigter Straßen seine Vorteile aus. Während andere Allradkombis aufgrund mangelnder Bodenfreiheit schnell die Vortriebssegel streichen, krabbelt der Subaru dank 20 Zentimeter Bodenfreiheit tapfer über Stock, Stein und anderes. Beste Voraussetzungen, um gut durchs Outback zu kommen – egal ob durchs europäische, australische oder welches auch immer.

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