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Auto Shanghai 2019: Eine andere Welt

| Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Andreas Wehner

Die Gänge auf der Automesse in Shanghai platzen aus allen Nähten. Vor allem die deutschen Hersteller wollen sich im größten Automarkt der Welt von den erstarkenden einheimischen Autobauern nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Der sichtbarste Trend hat dabei drei Buchstaben: SUV.

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(Bild: press-inform)

Der Genfer Salon wackelt und die Absagen auf der Frankfurter IAA haben das Dutzend längst überschritten. Solche Probleme kennt man in China und speziell auf der Auto Shanghai nicht. Die Gänge platzen aus allen Nähten, denn im Messezentrum will kein Hersteller fehlen. Sogar die sonst so selbstbewussten deutschen Autohersteller können sich in der Millionenmetropole Shanghai nicht verstellen und machen keinen Hehl daraus, dass nur hier derzeit der Mittelpunkt der internationalen Automobilwelt ist.

Im National Exhibition and Convention Center im Qingpu District, rund 45 Minuten vom Stadtkern entfernt, will kein Autobauer außen vor bleiben. Doch gaben vor Jahren noch die europäischen und speziell die deutschen Autohersteller die Schlagzahl auf dem längst größten Automobilmarkt der Welt vor, so sieht es im Jahre 2019 bei der 18. Auflage der Auto Shanghai ganz anders aus.

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Natürlich sorgt eine elektrische Citystudie wie der Audi Ai Me für Aufsehen, schauen sich die Messebesucher den Mercedes GLB als siebensitzigen Familiencrossover ganz genau an und selbstredend freuen sich viele Kunden auf den neuen BMW 3er mit langem Radstand. Wer es sportlicher mag, träumt vom Power-Doppelpack aus BMW X3 M und X4 M mit 510 PS, dem gelungenen Porsche Cayenne Coupé oder sieht, wie elektrisierende Golf-Technik im Audi Q2 L E-Tron verbaut wurde. Nicht elektrisch, aber ebenfalls dezent überarbeitet: der Mini Clubman.

Doch an sich spielt die Musik auf der Auto Shanghai längst bei den heimischen Herstellern. Marken wie Chery, Hanteng, Oshan, Geely, Wey, Leapmotor, Weltmeister oder Massenhersteller Haval zeigen SUVs, was das Zeug hält. Gerade die beliebten Crossover-Klassen zwischen 4,50 und 4,90 Meter stehen in der Gunst der potenziellen chinesischen Kunden ganz oben. Oftmals sind die Fahrzeuge elektrifiziert, wobei die lange Jahre dargebotenen Plug-In-Hybriden kaum noch auf den gleißend hellen Messeständen zu erspähen sind.

Entweder werden die SUVs von modernen Turbomotoren angetrieben oder die Verbrenner haben völlig ausgedient und für den Antrieb sorgen leistungsstarke Elektromotoren. Jeder Hersteller muss in diesem Jahr mindestens zehn Prozent seiner Modelle als Plug-In-Hybrid oder Elektromodell verkaufen. Im kommenden Jahr sind es zwölf Prozent.

Auf dem chinesischen Automarkt erzielten Elektroautos 2018 einen Absatz von über 788.000 Einheiten, ein Plus von 68,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Plug-in-Hybride haben trotz ihrer vergleichsweise geringen Volumenbasis in den letzten Jahren ein mächtiges Wachstum verzeichnen können. Ihr Absatz stieg in 2018 um fast 140 Prozent auf 265.000 Einheiten.

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 Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Journalist