Suchen

Auto Shanghai 2019: Eine andere Welt

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Wenn einer der europäischen Hersteller die chinesische Angriffswelle auf der Shanghai Autoshow kontern kann, ist es Volkswagen. Der Autobauer ist mit den beiden lokalen Kooperationspartnern FAW und SAIC unangefochtener Primus im Land. Mit einem Marktanteil von 14 Prozent liegt man deutlich vor den ersten rein lokalen Anbietern, die auf weniger als die Hälfte kommen. „Wir haben hier im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Fahrzeuge verkauft“, so VW-China-Chef Stephan Wöllenstein, „in diesem Jahr sollten wir auf einem ähnlichen Niveau liegen. Dazu trägt insbesondere unsere große SUV-Offensive bei.“

Und die ist mit gewaltig, denn gab es vor kaum mehr als zwei Jahren gerade einmal zwei SUV-Modelle im prallen VW-Portfolio, wird die aktuelle Zahl von derzeit sechs auf zwölf Modelle bis Ende 2020 steigen. Mit dem T-Cross, dem Teramont X sowie der Elektrostudie des ID Roomzz gab es am VW-Stand gleich drei neue SUV zu bestaunen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 32 Bildern

Doch mit neuen Modellen allein ist es nicht getan. Erstmals auf einer Messe zu sehen ist die China-Submarke mit dem Namen Jetta, mit der man junge und preissensible Kunden locken will. So schwierig der Name für Europäer oder Amerikaner erscheinen wird: ein SUV-Modell wie der VS7 dürfte in China ebenso seine Kunden finden wie die viertürige Limousine VA3.

Doch einmal mehr gibt es auf einer chinesischen Automesse Marken zu bestaunen, deren Namen man bisher niemals zu Gesicht bekam. Dabei überrascht Enovate nicht nur mit seinem gefälligen Design, sondern auch gigantischen Displays im Innern und ordentlicher Verarbeitung. Träumen kann man bei der visionären Konzeptstudie von Icona mit seinem autonomen Nucleus, Quiantu mit seinem sportlichen K50 oder Zedriv, die mit dem GT3 in Cayman-Größe zeigen wollen, dass elektrische Sportwagen auch Spaß machen.

Doch auch wenn sich mit Fahrzeugen wie dem Leapmotor S01 oder Arcfox ein paar Sportler und mehr als eine Handvoll Limousinen wie der Nio ET unter die zahllosen Messepremieren geschmuggelt haben; an den SUVs kommt niemand vorbei. Aktuell ist jedes zweite Fahrzeug in China ein SUV – mit steigender Tendenz.

Selbst Hongqi, einst noble Marke für Staatskarossen, ist mit Modellen wie dem HS5 oder dem größeren HS7 längst zu einer SUV-Marke geworden. Immer mehr SUVs sind neben dem sehenswerten Design gleich noch mit einem Elektroantrieb unterwegs und ziehen als Hozon U, VW ID Roomzz oder Skoda Vision IV besonders viel Aufmerksamkeit auf sich. Sogar Renault hat den chinesischen Elektromarkt mit dem kleinen City K-ZE für sich entdeckt.

(ID:45872578)

Über den Autor

 Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Journalist