Auto-Zentrale Karl Thiel baut Marktpräsenz nachhaltig aus

VW-Partner ist Gesamtsieger des Vertriebs Award 2019

| Autor: Silvia Lulei

Vor drei Jahren ist die Auto-Zentrale Karl Thiel in das neue Gebäude in der Karl-Thiel-Straße in Rheda-Wiedenbrück umgezogen.
Vor drei Jahren ist die Auto-Zentrale Karl Thiel in das neue Gebäude in der Karl-Thiel-Straße in Rheda-Wiedenbrück umgezogen. (Bild: Werbestudio Zeidler)

Seit neun Jahrzehnten behauptet sich die Auto-Zentrale Karl Thiel in Rheda-Wiedenbrück. Das Unternehmen führt die Marken VW, VW Nutzfahrzeuge und Westfalia, gehört zur Thiel-Gruppe mit insgesamt neun Standorten und bekennt sich dazu, ein Local Hero zu sein anstelle eines Global Players. Dass das nicht einfach ein Lippenbekenntnis ist, untermauert eine schlichte Zahl: In dem Marktbearbeitungsgebiet hat die Marke VW einen Anteil von 25,9 Prozent – die Auto-Zentrale Karl Thiel liegt bei 40 Prozent Marktanteil. Für seine starke Performance im Automobilverkauf errang das Unternehmen in Rheda den Gesamtsieg beim Vertriebs Award 2019. »kfz-betrieb« verlieh den Branchenpreis Anfang Mai zusammen mit CG Car-Garantie Versicherungs-AG und Santander Consumer Bank.

Eine starke Präsenz im lokalen Markt kommt nicht von allein; die muss sich ein Unternehmen erarbeiten. Geschäftsleiter Jürgen Macke und Verkaufsleiter Thomas Klemm drehen dafür an allen möglichen Stellschrauben. Erst kürzlich wurde das Provisionssystem für die Verkäufer auf die Vermittlung von Finanzdienstleistungen und Wartungspaketen abgestimmt: Es gibt jetzt 50 Euro pro Vertrag; ab drei verdoppelt sich die Prämie. Seither schlossen 30 Prozent mehr Privatkunden ein Wartungspaket ab. Das mag auch daran liegen, dass die Wartungspakete für 0,99 Euro intelligent „verpackt“ sind. Die Idee dazu kam übrigens von den Verkäufern selbst. Jürgen Macke ist ein Chef, der ein offenes Ohr für die Wünsche seiner Mitarbeiter hat und den lebhaften Austausch zwischen den Abteilungen fördert.

Das führte unter anderem dazu, dass Jürgen Macke den Mitarbeitern auf dem Dach des 2016 eröffneten VW-Vorzeigebetriebs eine schicke Terrasse spendiert hat, auf der im Sommer auch mal gegrillt werden darf. Der Chef hat beim Bau nicht nur auf Energieeffizienz geachtet, sondern auch darauf, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen und die Marke Volkswagen optimal präsentiert wird. Das brachte ihm bereits in der Bauphase hohen Besuch vom Volkswagen-Konzern ein sowie im letzten Jahr Gäste aus China und Taiwan, die in Rheda-Wiedenbrück den Standard eines neuen VW-Nutzfahrzeugbetriebs kennenlernen konnten.

Countdown für Digitalisierung läuft

„Die Kollegen sagen immer, ich soll mal zufrieden sein. Ich will aber immer mehr“, rutschte Jürgen Macke heraus, als die Jury des Vertriebs Awards zu Besuch war. Dieses Jahr steht bei ihm das Thema Aus- und Weiterbildung ganz oben auf der Agenda. Die Umstellung auf eine papierlose Arbeitsweise soll bis Ende des Jahres endgültig abgeschlossen sein. Weite Teile sind schon digitalisiert: Unter anderem sind ein Urlaubsplaner, ein Kurzbewerbungsformular und ein Mitarbeiterportal online verfügbar. Jetzt fehlen nur noch die Rechnungen. Das wäre der letzte Baustein zum digitalen Fahrzeugkauf. Denn bis zu diesem Punkt hat die Thiel-Gruppe ihre Prozesse bereits auf ein zeitgemäßes Niveau angehoben: Das vierköpfige Digitalisierungsteam betreut unter anderem den Whatsapp-Kanal auf der Website, sorgt dafür, dass Fahrzeuganfragen noch am gleichen Tag beantwortet werden und ist auf verschiedenen Social-Media-Kanälen aktiv.

Vertriebs Award 2019: Die Sieger und ihre Ideen

Social Media wirkt

Seit die Auto-Zentrale Thiel über Whatsapp erreichbar ist, gibt es nette Anekdoten, die Macke gerne schmunzelnd erzählt: So hat beispielsweise ein Autofahrer an der Ampel vor sich einen Thiel-Kunden entdeckt, dessen TÜV abgelaufen war. Schnell ein Foto gemacht, per Whatsapp an das Autohaus geschickt und schon konnten die Thiel-Mitarbeiter aktiv werden. Das Autohausteam gibt sich nahbar, kompetent, hilfsbereit und kundenorientiert. Das kommt an: Das Video zum Thema Umweltprämie etwa, in dem drei Mitarbeiter erklären, wie man in den Genuss der Prämie kommt, wurde 2.000 Mal geklickt.

Der automobile Platzhirsch in Rheda-Wiedenbrück ist es gewohnt, schnell und unkompliziert im Sinne des Kunden zu agieren. Insofern war es für das Team um Geschäftsleiter Macke ein Lehrstück der besonderen Art, als man sich dazu entschloss, künftig auch mit Reisemobilen zu handeln. Dieser Geschäftszweig kann einen Autoverkäufer schnell Demut lehren, denn es kann dauern, bis ein Interessent bereit ist, einen Kaufvertrag für ein Reisemobil zu unterschreiben – gerne auch einmal sechs bis sieben Stunden. Lange Gespräche und Beratungen im Ausstellungsraum sind hier die Regel – ein Alptraum für jeden normalen Pkw- oder Nutzfahrzeugverkäufer.

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