Preisangabe bei E-Fahrzeugen Autobund wirft Händlern unlauteren Wettbewerb vor

Autor Doris Pfaff

Laut Autobund sind die meisten Autohändler bei der Preisangabe ihrer E-Fahrzeuge in Fahrzeugbörsen nicht ganz korrekt und ziehen bereits den Umweltbonus ab. Das Netzwerk hat den ZDK aufgefordert, dagegen vorzugehen. Der Verband hat darauf bereits reagiert.

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Bei der Gesamtpreisangabe von Elektrofahrzeugen ziehen viele Händler laut Autobund den staatlichen Bonus bereits ab und sichern sich so die Spitzenplätze als Topanbieter.
Bei der Gesamtpreisangabe von Elektrofahrzeugen ziehen viele Händler laut Autobund den staatlichen Bonus bereits ab und sichern sich so die Spitzenplätze als Topanbieter.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

„Extrem wettbewerbswidrig“ würden sich vor allem die markengebundenen Autohändler verhalten, wenn es um die Preisangabe bei Elektro- und Hybridfahrzeugen in Autobörsen geht. Das behauptet der Autobund, ein bundesweit agierendes Netzwerk.

Konkret geht es um den Vorwurf, dass Händler gegen die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) und gegen die Preisangabenverordnung (PangV) verstießen, weil sie die Preise ihrer Fahrzeuge im Internet nicht korrekt angeben würden. So würden Händler bei der Preisangabe den Umweltbonus bereits abziehen und damit beim Ranking deutlich besser abschneiden als die Händler, die den korrekten Preis angeben. Der Kunde erfahre meist erst auf Nachfrage, dass die staatliche Förderung bei der Preisangabe schon berücksichtigt wurde. Er müsse sich aber selbst darum kümmern, diese letztlich auch zu bekommen.

In einem Schreiben an die Redaktion spricht Autobund-Geschäftsführer Erich Laube davon, dass „die überwiegende Mehrheit der Händler in erheblichem Umfang“ gegen das Gesetz des unlauteren Wettbewerbs verstoße. Er vermute, dass der Auslöser die Innovationsprämie für batterieelektrische oder Brennstoffzellenfahrzeuge sei. Wenn der Händler diese schon abziehe, verschaffe er sich mit dem „unzutreffenden, niedrigen Gesamtpreis nach PangV einen Rankingvorteil“ bei Kunden, die im Netz nach Angeboten suchten.

Verschaffen sich Händler Rankingvorteile?

Für den Autobund bedeute das, sich entweder mit dem schlechteren Ranking abzufinden oder ebenfalls am Gesamtpreis zu drehen. Das wäre aber ein Verstoß und führe am Ende nur dazu, dass Abmahnvereine davon profitierten. „Auch die DUH finanziert sich unseres Wissens nach mit Geldern aus Abmahnungen bzw. aus vereinnahmten Vertragsstrafen aufgrund von Unterlassungserklärungen, die vorher abgemahnte Mitbewerber abgegeben haben“, schreibt Laube.

Bei den Vorwürfen gehe es keinesfalls um Ausnahmen oder nur wenige Anbieter. Dann „würden wir diese selber anrufen und unsere Bedenken höflich und kollegial kundtun und unsere Interessen vertreten“, schreibt Laube.

Wegen der „Vielzahl von Verstößen“ habe sich deshalb das Händlernetz an den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) gewendet und ihn in einem Brief aufgefordert, aktiv gegen die Verstöße vorzugehen. Der Verband solle auf die betroffenen Händler einwirken und zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen.

ZDK spricht von Einzelfällen

Auf Nachfrage erklärte Ulrich Dilchert, Geschäftsführer der ZDK-Rechtsabteilung: „Grundsätzlich hat der Autobund recht. Wenn wir von solchen Fällen erfahren, reagieren wir auch darauf, indem wir aufklären und abmahnen.“ Allerdings werde der ZDK nicht aktiv tätig und suche im Netz gezielt nach Händlern, die gegen das Wettbewerbsgesetz verstoßen, betont Dilchert. „Da sind wir schon auf Hinweise angewiesen.“

Aber gegen den Vorwurf, die überwiegende Mehrheit der markengebundenen Händler verhielte sich so, wehrt sich der ZDK. Dilchert: „Das ist die Ausnahme, dass sich Betriebe über wettbewerbsrechtliche Regelungen hinwegsetzen.“ Es seien nur „einzelne Kandidaten“, die entweder aus Unwissenheit oder auch bewusst so handelten. Das komme immer wieder mal vor, und der ZDK mahne diese dann auch ab. „Der ZDK hat sich dieser Sache bereits vor einiger Zeit angenommen und nimmt sie auch ernst", betont Dilchert.

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