Nach Börsengang Autohandel mit großem Respekt vor Auto 1

Autor: Christoph Seyerlein

Der Berliner Online-Autohändler hat einen erfolgreichen Start an der Börse hingelegt. Jetzt will Auto 1 vor allem in seine Endkunden-Marke Autohero investieren. Dem klassischen Autohandel droht damit ein mächtiger Konkurrent im Privatkundensegment heranzuwachsen.

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Feierten vergangene Woche den erfolgreichen Start an der Börse (v.l.n.r.): CFO Markus Boser, CEO und Co-Gründer Christian Bertermann sowie Mitgründer und Aufsichtsratschef Hakan Koç.
Feierten vergangene Woche den erfolgreichen Start an der Börse (v.l.n.r.): CFO Markus Boser, CEO und Co-Gründer Christian Bertermann sowie Mitgründer und Aufsichtsratschef Hakan Koç.
(Bild: Auto 1)

Vergangene Woche ist die Auto 1 Group an die Börse gegangen. Und der Start war ein großer Erfolg: Statt der ursprünglich anvisierten 38 Euro pro Aktie stieg das Papier bei 55 Euro das Stück ein. Die Anfangsbewertung des Berliner Online-Autohändlers lag damit bei etwa 12 Milliarden Euro. Aktuell (Stand Montag, 8. Februar, 10 Uhr) liegt der Auto-1-Aktienkurs bei knapp 50 Euro.

Eine Milliarde Euro will die Unternehmensführung nun dem Vernehmen nach in die Hand nehmen, um die eigenen Geschäfte auszubauen. Gerade die Marke Autohero, mit der die Gruppe den Online-Vertrieb an Privatkunden ins Visier nimmt, will Auto 1 pushen. Ein Ansatz, der manchem „klassischen“ Autohändler durchaus Bauchgrummeln bereiten könnte.

Darauf deutet auch eine Umfrage von »kfz-betrieb« bei Instagram hin. Von 1.163 Teilnehmern binnen 24 Stunden gaben 69 Prozent an, durch die neuen Möglichkeiten von Auto 1 eher nichts Gutes als eine gesunde Konkurrenz zu erwarten.

Auto 1 in Zahlen

Christian Bertermann und Hakan Koç hatten Auto 1 im Jahr 2012 gegründet. Bekannt wurde das Unternehmen vor allem durch seine Tochter wirkaufendeinauto.de. 2019 vermarkteten die Berliner europaweit an mehr als 60.000 Autohändler rund 616.000 Gebrauchtwagen weiter.

Der Durchschnittspreis lag bei 5.646 Euro. Das durchschnittliche Rohergebnis betrug 556 Euro. Auto 1 verkaufte Autos im Mittel also rund zehn Prozent teurer als angekauft. Im Endkundengeschäft über Autohero will das Unternehmen perspektivisch ein Rohergebnis von 1.000 Euro erzielen.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«