Autohaus Bernds baut Nissan-und Infiniti-Leuchtturm

Autor: Christoph Baeuchle

Trotz zunehmender Digitalisierung hat das Autohaus Bernds in Oberhausen einen Standort der Superlative aufgemacht: Deutschlands größter Nissan-Showroom und Europas größer Infiniti-Showroom sind nun im Ruhrgebiet zu finden.

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Einst Baumarkt, heute Kfz-Betrieb: das Autohaus Bernds in Oberhausen.
Einst Baumarkt, heute Kfz-Betrieb: das Autohaus Bernds in Oberhausen.
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Die Autohausgruppe Bernds steigt in die Top-Liga der Nissan-Händler auf. Mit dem neu eröffneten Standort in Oberhausen ist das Unternehmen nun größter Partner der Japaner. „Wir haben den größten Nissan-Showroom in Deutschland und den größten Infiniti-Showroom in Europa“, sagt Florian Bernds, Prokurist der Autohausgruppe Bernds. Die Zahlen sind beeindruckend: Das Areal umfasst rund 26.000 Quadratmeter, davon sind rund 6.000 überdacht. Nur zur Höhe der Investitionen will sich Bernds nicht äußern.

Dazu liegt das Gelände verhältnismäßig zentral in Oberhausen: 15 Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Freilich ist der neue Standort nicht nur mit der Marke Nissan gefüllt. „Das Konzept besteht aus drei Teilen“, erläutert Bernds. Neben Nissan und dem Edelableger Infiniti gibt es noch das Business-Kundengeschäft: Die Abteilung für Groß- und Gewerbekunden handelt mit Nutzfahrzeuge von Renault und Ford.

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Streng genommen ruht die Strategie für den Standort noch auf einer vierten Säule: einen integrierten Burger-Laden. Die Fastfood-Gastronomie lockt täglich Kunden, die nicht in erster Linie ins Autohaus wollen. Unter der Woche kommen täglich rund 150 Besucher zu „Burger Nerds“, am Wochenende sind es bis zu 300 Gäste.

Davon profitiert das Autohaus. „Etwa jeder Dritte kommt auch in den Showroom“, berichtet Bernds. Damit hat der Händler am Wochenende rund 100 zusätzliche Besucher im Autohaus. Bernds ist zufrieden. So zufrieden, dass die Autohausgruppe das Konzept auch auf andere Standorte ausdehnen will.

„Der Ansatz ist sehr gut“, lobt Guillaume Pelletreau, Geschäftsführer Nissan Center Europe. „Ein Autohaus muss mehr sein als eine Fläche, um Autos zu verkaufen.“ Dabei muss es sich nicht zwingend um Gastronomie handeln. „Entscheidend ist, dass das Angebot nicht den Werten von Nissan entgegensteht.“

Das gastronomische Angebot hilft logistisch auch bei anderen Events: Anfang Juli veranstaltet das Autohaus Bernds das „Nissan Summer Meet“. Dann präsentieren Nissan-Freaks ihre Fahrzeuge – egal ob original oder getunt, Showcar oder Rennwagen. Bernds geht davon aus, dass rund 200 Besucher ihre Autos zeigen. Im Rahmen der Veranstaltung baut das Autohaus eine Großbildleinwand auf. Gezeigt werden sowohl Formel 1 als auch Fußball-WM. „Wir rechnen mit weiteren rund 1.000 Besuchern“, ergänzt der Prokurist. Ziel sei, die Marke Nissan in der Region bekannter zu machen.

Vom Baumarkt zum Neuwagen-Palast

Um solche Veranstaltungen durchführen zu können, braucht man den entsprechenden Platz. Der ist beim Oberhausender Standort der Bernds-Gruppe vorhanden. Denn zuvor war das Gebäude ein Baumarkt. Davon ist nicht viel geblieben. Das gesamte Gebäude wurde entrümpelt. Bis auf die Grundsäulen und das Dach ist alles neu.

Am Standort Oberhausen hat die Bernds-Gruppe 25 Mitarbeiter beschäftigt. Das ist wenig für so viel Platz. Doch die zentralen Funktionen wie Buchhaltung und Marketing hat der Familienbetrieb am Hauptstandort in Duisburg zentralisiert. Hier laufen die Fäden der Unternehmensgruppe mit ihren neun Standorten und mehr als 300 Mitarbeitern zusammen.

Insgesamt hat die Gruppe sechs Marken im Angebot: Neben Nissan und Infiniti sind dies Renault und Dacia sowie Ford und Opel. Insgesamt will das Unternehmen im laufenden Jahr rund 8.500 Autos verkaufen – davon 5.500 Neuwagen und 3.000 Gebrauchtwagen. Dazu sollen die Nissan-Modelle, die das Autohaus nunmehr seit zehn Jahren verkauft, rund 800 Fahrzeuge beitragen.

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