Automotive Business Award 2026 Autohaus Dorn ist der Lokalmatador von Landshut

Von Silvia Lulei 4 min Lesedauer

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Mit einem neuen Eco-Autohaus, intensiver Kundennähe und einem klugen Antriebsmix behauptet sich das Autohaus Dorn (Kia, Fiat, KGM). Beim Automotive Business Award 2026 zählt der Familienbetrieb in der Kategorie Vertrieb zu den Top-Betrieben – ohne Expansionsdrang, aber mit klarer Haltung.

Zehn Millionen investierte das Unternehmer-Ehepaar Dorn in seinen Traum von einem nachhaltigen Autohaus. Vor zwei Jahren wurde das Autohaus in Landshut eröffnet – und verzeichnet seither nur Zuwächse in Verkauf und Service. (Bild:  Jonas Blank)
Zehn Millionen investierte das Unternehmer-Ehepaar Dorn in seinen Traum von einem nachhaltigen Autohaus. Vor zwei Jahren wurde das Autohaus in Landshut eröffnet – und verzeichnet seither nur Zuwächse in Verkauf und Service.
(Bild: Jonas Blank)

Wer verstehen will, was das Autohaus Dorn in Landshut auszeichnet, muss zunächst eine Geschichte hören. Als einer der beiden Söhne von Monika und Johann Dorn sich als kleiner Junge die Hand verletzte, bekam er noch im Rettungswagen auf dem Weg ins Krankenhaus ein Geschenk – und der Schmerz war vergessen. Aus diesem Moment entstand eine Aktion, die heute fest zum Betrieb gehört: Die „Weihnachtsengerl vom Autohaus Dorn“ bringen seit 16 Jahren Kindern in Krankenhäusern Geschenke. „Die Ideen kommen durch das Leben“, sagt Monika Dorn. Dieser Satz beschreibt die Geschäftsphilosophie des Familienbetriebs treffender als jede Strategiepräsentation.

Wachstum aus eigener Kraft

Gegründet wurde das Unternehmen 2005 in Landshut als Kia-Autohaus mit eigener Werkstatt; damals mit sechs Mitarbeitern. Heute zählt der Betrieb 85 Fachkräfte und begleitet 19 Auszubildende. 2012 kamen Fiat und Fiat Professional hinzu, später Abarth, mit dem 2023 fertiggestellten Neubau auch KGM. Über viele Jahre erzielte das Autohaus zweistellige Wachstumsraten und blieb selbst in der Corona-Pandemie stabil.

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Fünf Verkäufer plus Chef Johann Dorn setzen pro Jahr rund 4.500 Fahrzeuge ab. Der Schwerpunkt liegt klar bei Kia mit rund 80 Prozent, Fiat steuert etwa 20 Prozent bei. Bemerkenswert sind die regionalen Marktanteile: Bei Kia erreicht Dorn 6,5 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit kommt Kia auf einen Marktanteil von rund 2,4 Prozent. In seinem Marktgebiet steht das Autohaus also deutlich über dem Markendurchschnitt – ein echter Lokalmatador.

85 Prozent bleiben in der Region

Diese Stärke speist sich aus dem konsequenten regionalen Fokus. Ganze 85 Prozent der Fahrzeuge verkauft Dorn in einem Umkreis von 70 Kilometern. Die Standortbedingungen spielen dem Betrieb dabei in die Hände: Landshut gehört in Bayern zur Spitzengruppe in Sachen Kaufkraft, der Index liegt bei 110,4 (Bayern = 100). Gleichzeitig ist der Wettbewerb intensiv – von Markenzentren bis zu großen Mehrmarken-Häusern buhlen zahlreiche Anbieter um Kunden.

Genau hier setzt Dorn auf Nähe statt auf Preisschlacht. „Wenn ich den Kunden nichts biete, kommen sie auch nicht“, sagt Monika Dorn. Beim verkaufsoffenen Sonntag Ende März standen die Interessenten Schlange: Neben Frühschoppen, Mittagstisch, Hüpfburg, Kinderschminken und Osternestbasteln gab es attraktive Fahrzeugangebote mit Preisreduzierungen, die nur an diesem Tag und jeweils nur für ein Auto galten. Der Andrang an den Verkäuferarbeitsplätzen war enorm.

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Dieses Veranstaltungskonzept hat Methode. Drei große Events im Jahr ziehen jeweils bis zu 2.000 Besucher an – vom Saisonstart im Februar über den verkaufsoffenen Sonntag im März bis zum „Oktoberfest“ im Herbst. Die Eröffnung des Neubaus 2023 feierten sogar über 6.000 Gäste. „Eine Sache allein reicht nicht aus“, sagt Monika Dorn zum Marketingmix, der bewusst breit aufgestellt ist: Printwerbung und hauseigene Prospekte mit rund 50.000 Exemplaren pro Veranstaltung, persönliche Anschreiben mit Gutscheinen, zwölf Monate Radio- und Lokal-TV-Werbung, regionale Messen und – in Maßen – Social Media über Facebook und Instagram.

Automotive Business Award 2026: Die Gewinner
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Investition in die Zukunft

Den entscheidenden Schritt nach vorn markiert der Neubau an der Ingolstädter Straße. „Wir haben den Bauplatz zur richtigen Zeit bekommen“, sagt Monika Dorn. Auf rund 11.000 Quadratmetern entstand für etwa zehn Millionen Euro ein Eco-Autohaus, das die Familie als „Wohlfühl-Autohaus“ versteht: 1.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 1.000 Quadratmeter Werkstatt mit 16 Hebebühnen, eine 300-kW-Photovoltaikanlage und 29 Ladepunkte, davon zehn öffentlich und vier Schnelllader. Der Hauptteil entstand in Holzbauweise – für ein warmes, einladendes Ambiente. Seit Baubeginn 2021 stieg der Umsatz um rund 25 Prozent, die Werkstatt arbeitet deutlich produktiver.

Mit 600 Fahrzeugen im Bestand stößt der Standort allerdings an Grenzen: Nicht alle lassen sich vor Ort zeigen, ein Teil lagert im Keller des Neubaus und im alten Autohausgebäude.

Gelassen in die E-Mobilität

Die E-Mobilität sehen die Dorns als große Herausforderung – aber sie begegnen ihr ohne Pessimismus. Im Dezember 2025 waren bereits 50 Prozent des Monatsabsatzes E-Fahrzeuge. Der oft befürchtete Rückgang im Werkstattgeschäft schreckt Johann Dorn nicht: „Der Mix aus Verbrennern und E-Autos macht’s.“ Mit zehn öffentlichen Ladestationen positioniert sich das Autohaus zugleich als sichtbarer Anlaufpunkt für die neue Mobilität.

Vernünftig statt groß

Bemerkenswert ist, was die Dorns nicht wollen: expandieren. Statt mehrerer Standorte setzen sie lieber auf ein „vernünftiges“ Geschäft an einem Platz. Die Zukunft sichert die Familie aus eigener Kraft – der ältere Sohn ist leidenschaftlicher Mechatroniker, der jüngere liebt den Vertrieb. So bleibt Fachkompetenz im Haus.

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Am Ende ist es diese Mischung aus Bodenständigkeit, Investitionsmut und gelebter Kundennähe, die das Autohaus Dorn zu den Top-Betrieben des Automotive Business Awards 2026 macht. Oder, wie es im Leitbild heißt: „Man ist nicht zuhause, aber doch dahoam.“

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