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Autohaus Golz ist insolvent

| Autor: Christoph Baeuchle

Das Lörracher Autohaus Golz hat Insolvenz angemeldet. Geschäftsführer Andreas Golz spricht von einem Liquiditätsengpass. Ziel ist es nun, als kleiner Betrieb weitermachen. Wie die Chancen dafür stehen.

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Vom Standort Binzen trennte sich das Autohaus Golz vor einigen Monaten.
Vom Standort Binzen trennte sich das Autohaus Golz vor einigen Monaten.
(Foto: Autohaus Golz)

Das Lörracher Autohaus Golz musste den Gang zum Amtsgericht gehen. Als Grund für die Schieflage nennt Andreas Golz, geschäftsführender Gesellschafter, in erster Linie einen Liquiditätsengpass. Geringere Einnahmen aufgrund eines Umzugs, längere Lieferzeiten und einmalige Kosten haben dazu geführt, dass das Geld knapp wurde.

Anfang November soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Der Betrieb geht weiter. Golz ist zuversichtlich, dass es weitergeht. Die Auftragsbücher seien voll, der Betrieb laufe.

Wie bei jeder Insolvenz gebe es nicht nur einen Grund, sondern mehrere, sagte Thomas Kaiser (Kanzlei Kaiser & Sozien), der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde. Er wolle sich nun zunächst einen Überblick verschaffen, um zu sehen, was zu retten sei. Ziel ist es, den Standort Lörrach zu erhalten.

Gemeinsam mit Hans Eiche gründete Andreas Golz 1995 die Firma „Golz & Eiche“ und wurde Peugeot-Händler. Als sein Partner vier Jahre später in den Ruhestand ging, übernahm Golz das Unternehmen als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer. Er baute den Betrieb aus: 2005 nahm er Volvo hinzu, 2011 folgte Citroën.

Kurze Zeit später zeichneten sich Schwierigkeiten ab. Golz musste in den Jahren danach ein Sanierungskonzept auflegen. Die Kosten waren zu hoch. Zudem durchkreuzten die Franzosen das Geschäftsmodell des Autohändlers: Bei seinem Standort im Drei-Länder-Eck Deutschland, Frankreich, Schweiz gehörte der grenzüberschreitende Handel zum Konzept. Das war Peugeot und Citroën ein Dorn im Auge. Sie versuchten, die Exportgeschäfte in den EU-Raum einzuschränken beziehungsweise komplett zu verhindern. Das machte Golz zu schaffen.

Geschäftsführer ist zuversichtlich

Damit nicht genug. Es folgte 2015 ein Brand in einer erst kurz zuvor eröffneten Werkstatt. Bis der Schaden behoben war, dauerte es. Dann deckte auch noch die von der Versicherung im Rahmen der Betriebsunterbrechungshaftung bezahlte Entschädigung nicht den Schaden in vollem Umfang ab.

Im vergangenen Jahr hat das Autohaus weitere Maßnahmen eingeleitet, um die Kosten zu sparen. Die Trennung von Citroën folgte. Golz verkaufte den Standort Binzen und konzentrierte sich auf Lörrach. Der Ausbau in der aktuellen Peugeot-CI ist bereits erfolgt, für Volvo sind noch einige Investitionen notwendig.

Golz ist zuversichtlich: „Die Hersteller haben positive Signale gesendet und unterstützen uns.“ Zudem habe er ein gutes Mitarbeiterteam, das ihm Rückendeckung gebe. Die Auftragsbücher seien voll. „Ich bin mir sicher, dass es in einigen Wochen als kleinerer Betrieb weitergeht.“

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Über den Autor

 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände