Ladeinfrastruktur Autohaus Witteler erstellt Lkw-tauglichen Ladepark in Brilon

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Seit Mai diesen Jahres ist die Energieanlage mit insgesamt 18 Ladepunkten in Betrieb, die der Mehrmarkenhändler gemeinsam mit dem Betreiber Tank-E realisiert hat. Damit will das Unternehmen nicht zuletzt den Absatz batterieelektrischer Lkw voranbringen.

Acht Schnellladepunkte sind so angeordnet, dass Lkw zum Laden nicht rückwärts rangieren oder den Auflieger absatteln müssen – eine große Erleichterung für Trucker.(Bild:  138 Media)
Acht Schnellladepunkte sind so angeordnet, dass Lkw zum Laden nicht rückwärts rangieren oder den Auflieger absatteln müssen – eine große Erleichterung für Trucker.
(Bild: 138 Media)

Der Mehrmarkenhändler Witteler Automobile (Mercedes-Benz Pkw und Truck, Ford, Skoda, Fuso und MAN) hat im Mai 2026 an seinem Hauptsitz in Brilon einen Ladepark eröffnet, den er gemeinsam mit der Tank-E GmbH realisiert hat. Der Ladepark umfasst insgesamt 18 Ladepunkte: zwölf HPC-Ladepunkte mit 200 bis 400 kW sowie sechs AC-Anschlüsse mit 22 kW.

Besonders wichtig war dem Unternehmen die Lkw-Tauglichkeit. „Wir sind schon immer stark im Nutzfahrzeuggeschäft engagiert“, sagt Hansjörg Bähr, der den Bau seitens Witteler als Projektmanager betreut hat und davor als Verkaufsleiter Nutzfahrzeuge tätig war. „Wir wollen also nicht nur E-Pkw verkaufen, sondern auch batterieelektrische Lkw.“ Das Interesse daran sei bei den Spediteuren sehr groß. Aber oft folge dann die Einschränkung: „Aber die Infrastruktur...“

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„Da mussten wir etwas tun“, erklärt Bähr. „Mit dem Ladepark wollen wir den Spediteuren die Entscheidung für E-Lkw erleichtern.“ Die HPC-Ladeplätze sind deshalb so ausgelegt, dass das Laden ohne Absatteln möglich ist. Für die Versorgung während des Ladens stehen ein Automatenkiosk sowie Sanitäreinrichtungen zur Verfügung. Es gibt sogar Duschen, die vor allem von Lkw-Fahrern genutzt werden dürften.

Der Ladepark wurde laut Hansjörg Bähr von Beginn an gut angenommen, die erforderliche Auslastung ist jedoch derzeit noch nicht erreicht. Die Chancen für Wachstum sind aber gegeben: Das Gewerbegebiet in Brilon, in dem sich die Einrichtung befindet, wird von vielen Trucks angefahren – allein ein großer holzverarbeitender Betrieb verzeichnet 300 bis 400 An- und Abfahrten am Tag. Und die Zahl der BEVs darunter wird immer größer.

Laden mit Ökostrom

Geladen wird mit 100 Prozent Ökostrom, der aus dem öffentlichen Netz bezogen wird. Um die erforderliche Ladeleistung abdecken zu können, wurde ein eigener Trafoanschluss mit 2,5 Megawatt Leistung installiert. Dabei kam den Bauherren zugute, dass sich in nur 300 Metern Entfernung ein Umspannwerk befindet. Die Investitionssumme für die gesamte Anlage betrug laut dem Projektmanager 1,5 Millionen Euro, wobei Witteler Automobile das Gelände, die Zufahrten und die Baulichkeiten einbrachte, während sich Tank-E um die Elektrotechnik inklusive der Ladesäulen kümmerte. Das Unternehmen pachtet die Fläche von Witteler und agiert als Betreiber (CPO) des Ladeparks.

Die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden klappte laut Bähr problemlos – sowohl mit der Stadt Brilon als auch mit dem Energieversorger: „Wir sind überall offene Türen eingerannt.“ Nur der harte Winter sorgte für eine gewisse Verzögerung der Bauarbeiten, sodass die Anlage wenige Monate später als geplant eröffnet werden konnte.

Beim aktuellen Stand soll es allerdings nicht bleiben. Witteler Automobile will die Anlage zusammen mit Tank-E weiterentwickeln. Angedacht ist eine eigene Stromerzeugung, per Solar oder auch Windkraft, sowie ein Batteriespeicher.

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