Autokosten steigen schneller als die Inflationsrate

Autor: Andreas Grimm

Die deutschen Kraftfahrer müssen wieder deutlich mehr für ihre Mobilität zahlen. Der steigende Ölpreis treibt die Kosten. Dennoch fuhren sie im letzten Jahr insgesamt vergleichsweise billig.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die Zeit sinkender Kosten für das Automobil ist laut einer aktuellen Auswertung von ADAC und Statistischem Bundesamt vorerst vorbei. Wie aus dem aktuellen Autokosten-Index hervorgeht, den beide Institutionen am Mittwoch veröffentlichten, mussten die Autofahrer im Dezember im Schnitt 2,8 Prozent mehr Geld für Anschaffung, Betrieb und Unterhalt ihres Fahrzeugs ausgeben als im Dezember 2015.

Die Entwicklung hatte sich bereits beim letzten Autokosten-Index angedeutet, der vierteljährlich erstellt wird. Im September 2016 war der Indexwert nur noch um 0,1 Prozent gegenüber dem Vergleichswert 2015 gesunken. Im Juli des Vorjahres hatte der Indexwert noch knapp 10 Prozent unter dem Vergleichswert gelegen.

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Hauptursache für die Berg- und Talfahrt des Index ist der Ölpreis. Nach dem starken Verfall des Rohstoffpreises im Jahr 2015 sind die Beschaffungskosten für die Kraftstoffhersteller inzwischen wieder kräftig gestiegen. In der Folge wurden Benzin und Diesel im Dezember-Vergleich um rund 6 Prozent teurer.

Auf Jahressicht hinkt der Autokosten-Index der allgemeinen Preisentwicklung allerdings deutlich hinterher. Im Schnitt wurden die Anschaffung und der Unterhalt von Kraftfahrzeugen 2016 gegenüber dem Jahr zuvor um 1,3 Prozent günstiger. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten verteuerten sich dagegen um 0,5 Prozent.

Während der Benzinpreis im Jahresmittel 2016 um 7,3 Prozent billiger zu haben war als ein Jahr zuvor, erhöhten sich die Neuwagenpreise um 1,4 Prozent. Die Ausgaben für Führerscheingebühren und Fahrschulen kletterten im Schnitt um 2,4 Prozent. Für ihre Kfz-Versicherung mussten die Autofahrer zwei Prozent mehr ausgeben als 2015.

Das Statistische Bundesamt hat alle Indizes letztmals für das Jahr 2010 auf den Basiswert 100 gesetzt. Seitdem hat sich Autofahren um 3,7 Prozent verteuert, die Lebenshaltungskosten der privaten Haushalte kletterten um 8,8 Prozent.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«