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„Automesse Erfurt liefert qualifizierte Kundenkontakte“

Autor: Andreas Grimm

Während viele große Automessen in Europa Besucher- und Ausstellerrückgänge beklagen, bekommt die regionale Automesse Erfurt wachsenden Zuspruch. Das Erfolgsrezept, nicht zuletzt für die teilnehmenden Händler, erläutert Geschäftsführer Matthias Andrzejak.

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Matthias Andrzejak ist Geschäftsführer der Automesse Erfurt.
Matthias Andrzejak ist Geschäftsführer der Automesse Erfurt.
(Bild: Messe Erfurt)

Warum steigt der Zuspruch der Besucher, Aussteller und Händler bei der Automobilmesse Erfurt (AME) stetig? Bei anderen Messen wie der IAA oder sogar dem Genfer Salon kriselt es …

Mit dem starken regionalen Handel aus Thüringen und dessen Netzwerk konnten wir die AME stetig verbessern und weiterentwickeln. Zufriedene Händler und Aussteller sind wiederum gute Influencer für ihre Business-Netzwerke. Dies gilt gleichermaßen für unsere Besucher und deren Netzwerke. Weiter haben wir von Anfang an auf Service-Qualität und Kundennähe gesetzt, um das Vertrauen in die Messe zu stärken. Zudem haben wir in den letzten Jahren die Hallen- und Ausstellungskonzepte kontinuierlich optimiert.

Eigentlich gelten Messen ja als teures Marketing-Instrument wegen des personellen Aufwands, der Standgebühren und so weiter. Wieso rechnet sich die Teilnahme an Ihrer Messe für die Händler?

Die Rechnung geht für den Handel auf, wenn direkte Kaufabschlüsse oder qualifizierte Kundenkontakte auf der Messe erfolgen. In Erfurt gehört das zum Konzept. Anhand der Händler-Feedbacks wissen wir, dass sich das Engagement lohnt, auch im Folgegeschäft.

Wie viele Besucher kommen denn pro Jahr und aus welchem Umkreis?

Wir konnten die Besucherzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich steigern. Dabei peilen wir für dieses Jahr 30.000 Besucher an, die zum größten Teil aus bis zu 250 Kilometern Umkreis kommen.

Binden Sie die Aussteller, speziell die Händler, in die Konzeption der Messe oder in die Nachbetrachtung mit ein?

Auf jeden Fall! Wir haben sowohl weit vor dem Messestart als auch unmittelbar danach Händlermeetings mit den Ausstellern, um neue Formate zu entwickeln, über Neues zu informieren, Potenziale zu erschließen und Messeerfahrungen auszutauschen. Zudem evaluieren wir die Messe regelmäßig und informieren und diskutieren die Ergebnisse mit unseren Ausstellern.

Kann eigentlich jeder Händler teilnehmen oder gibt es nur einen (Gemeinschafts-)Stand pro Automarke?

Gemeinschaftsstände sind von unserer Seite erwünscht. Dies ermöglicht mehreren Händlern, auf der Messe vertreten zu sein, und optimiert die Kosten für den Einzelnen. Das Angebot nutzen die einzelnen Marken sehr unterschiedlich.

Wie viele Automarken sind denn eigentlich vertreten?

In diesem Jahr präsentieren sich wieder 30 Marken auf der Messe.

Übernehmen die Präsenz nur die Händler oder mieten auch Hersteller Messefläche an?

Sowohl als auch. Es gibt Messeflächen, die direkt vom Hersteller unterstützt werden. Wir würden uns jedoch ein noch größeres Engagement der Hersteller für den Handel wünschen, denn davon profitieren beide Seiten.

Die Mischung aus Neuwagen, Tuning und Oldtimern erinnert an das Konzept der Essen Motor Show. Ist das bewusst gewollt?

Unser Anspruch bei der Gründung war „Die ganze Welt des Automobils“ zu präsentieren. Das war der Maßstab unseres Konzeptes und ist es bis heute.

Ist die Automesse Erfurt in die Lücke gesprungen, die das Ende der AMI hinterlassen hat?

Nein. Wir sind bereits im dreizehnten Jahr. In dieser Hinsicht ist eher bemerkenswert, dass wir neben einer AMI so erfolgreich werden konnten.

Die Automesse Erfurt läuft von Freitag, 31. Januar (12 Uhr bis 20 Uhr), bis Sonntag 2. Februar (9 bis 18 Uhr). Zu sehen sind Neuwagen, Tuning- und Motorsportangebote sowie Oldtimer. Unter den teilnehmenden Händlern sind regionale Schwergewichte wie die Ehrhardt AG oder Russ & Janot, Autohausgruppen wie Glinicke, aber auch viele kleine Händler, die nur lokal aktiv und verwurzelt sind.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«