Suchen

AVAG startet Auto-Abo-Plattform

| Autor: Jens Rehberg

Unter dem Label „Sorglos günstig fahren“ bietet die größte deutsche Autohandelsgruppe ab sofort den Auto-Abo-Start-ups Paroli. Sowohl beim Preis als auch in Sachen Verfügbarkeit müssen sich die Wettbewerber auf einen aggressiven neuen Player einstellen.

Firmen zum Thema

Auch hier vermarktet der Traditionsbetrieb die Marke mit dem Blitz exklusiv.
Auch hier vermarktet der Traditionsbetrieb die Marke mit dem Blitz exklusiv.
(Bild: AVAG)

Ohne großes Tamtam hat die AVAG über ihre Fuhrparkmanagement-Tochter Sorglos günstig fahren GmbH (SGF) ein Auto-Abo-Konzept ins Internet gehoben. Auf der neuen Auto-Abo-Plattform können Gewerbekunden bereits Opel-Lagerwagen aus den Beständen der deutschen AVAG-Betriebe oder dem Zentrallager der Handelsgruppe ab rund 300 Euro (netto) pro Monat buchen. Privatkundenangebote sollen in Kürze folgen.

Bei den Einstiegspreisen setzt die AVAG das erste Ausrufezeichen: die genannte Netto-Rate gilt für Corsa, Astra, Crossland und Grandland gleichermaßen. Würde bei der entsprechenden Brutto-Rate für Privatkunden für einen Opel Grandland lediglich die Mehrwertsteuer hinzu kommen, läge das Angebot gut 100 Euro unter der Rate, für die zum Beispiel Cluno gerade das Modell anbietet.

Teurer wird es für die AVAG-Abokunden erst beim Grandland inklusive Plug-in-Hybrid (379 Euro netto) oder beim Insignia (449 Euro netto). Konkurrent Vive la Car weist für den Grandland Plug-in-Hybrid auf seiner Website beispielsweise einen Netto-Preis von 346,22 Euro monatlich aus.

Die AVAG verlangt allerdings generell zwei Bruttomonatsraten Kaution und die Vollkasko-Selbstbeteiligung ist mit 1.500 Euro vergleichsweise hoch angesetzt.

Autos schnell verfügbar

Auf dem untersten Preislevel haben beispielsweise Cluno und Like-2-Drive noch die Nase vorn – hier gibt es einen Opel Corsa aktuell ab rund 260 Euro (brutto). Allerdings müssen die Kunden bei beiden Anbietern derzeit drei bis vier Monate auf das Fahrzeug warten. Bei der AVAG sind alle Opel-Modelle bis auf den Zafira Life innerhalb von zwei bis vier Wochen verfügbar.

Auch bei einem weiteren Flexibilitätsfaktor kann die AVAG gegen die Wettbewerber punkten: Ihre Kunden können bereits nach drei Monaten wieder kündigen. Bei Cluno, Like-2-Drive oder Faaren binden sich die Kunden mindestens für ein halbes Jahr. Drei Monate Kündigungsfrist gibt es ansonsten beispielsweise noch bei Vive la Car.

Der SGF-Claim: „Sie tanken und fahren. Wir machen den Rest.“
Der SGF-Claim: „Sie tanken und fahren. Wir machen den Rest.“
(Bild: AVAG)

In der „Sorglos-günstig-fahren“-Rate ist wie bei Auto-Abo-Modellen üblich alles bis auf den Sprit enthalten. Um Zulassung, Kfz-Steuer und die Versicherung kümmert sich die AVAG. Auch für die laufenden Servicearbeiten können sich die Kunden ohne Mehrkosten an jeden deutschen AVAG-Standort wenden. Abholung und Abgabe soll jedoch beim selben Partner erfolgen – den Standort wählt der Kunde bei der initialen Buchung.

Kein reines Neuwagen-Angebot

In der Regel sollten die Abo-Kunden einen Neuwagen erhalten. Laut der AVAG kommen aber nicht alle lediglich drei Monate gelaufenen Abo-Fahrzeuge direkt in die Weitervermarktung, sondern könnten noch ein weiteres Mal an Abo-Kunden ausgeliefert werden.

Zu den Volumenzielen des neuen Kanals wollen sich die Augsburger derzeit noch nicht äußern. Man wolle zunächst beobachten, ob das Konzept von den Kunden angenommen werde, hieß es auf Anfrage aus der Unternehmenszentrale. Konkrete Volumenvorgaben stünden daher noch nicht an.

(ID:46578484)

Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk bei der Vogel Communications Group