BAIC stellt Edel-Elektrotochter Arcfox vor

Seriennahe Konzeptfahrzeuge in Genf

| Autor: sp-x

Neuling Arcfox: Der chinesische Autobauer BAIC hat eine elektrische Premiumlinie vorgestellt. Ein Teil davon ist dieser bis zu 1.600 PS starke Elektrorenner Arcfox GT.
Neuling Arcfox: Der chinesische Autobauer BAIC hat eine elektrische Premiumlinie vorgestellt. Ein Teil davon ist dieser bis zu 1.600 PS starke Elektrorenner Arcfox GT. (Bild: Gims/Messe Genf)

In der jüngeren Vergangenheit konnte man häufiger lesen, dass chinesische Autohersteller ihre Fahrzeuge auch in Europa verkaufen wollen. Nimmt man es genau, sind einige bereits da und verfolgen parallel ambitionierte Expansionspläne, wie sich beim Blick über den Genfer Autosalon 2019 zeigt.

Neben Dong Feng und Borgward ist es vor allem die Marke BAIC, die bereits eine Handvoll Modelle über deutsche Autohändler vertreibt. Eine offizielle BAIC-Importgesellschaft gibt es zwar nicht, dennoch finden sich bereits Händler verschiedener Marken in Deutschland, die BAIC-Modelle als Ergänzungsfabrikat aufgenommen haben. Auch in den Autobörsen ist das Fabrikat zu finden. Autoscout 24 etwa listet aktuell 145 Angebote von BAIC-Modellen.

Die Chinesen, die für den Daimler-Konzern ein wichtiger Joint-Venture-Partner im Reich der Mitte sind, haben jüngst wichtige Allianzen geschmiedet, um sich künftig außerdem einen Teil vom Premium-Kuchen zu sichern. Für diese Mission hat BAIC unter anderem die elektrische Sub-Marke Arcfox in Stellung gebracht, die sich in Genf mit gleich zwei angeblich schon seriennahen Konzepten präsentierte.

Eher die Funktion eines Leuchtturmprojekts hat das elektrisch angetriebene Hypercar Arcfox-GT, das in den Versionen „Race edition“ und „Street“ gezeigt wurde. Während bei der Rennwagen-Variante insgesamt sechs Motoren 750 kW/1.000 PS zur Verfügung stellen, mobilisieren die vier Motoren der Straßenversion 1.200 kW/1.600 PS. Deutlich höher fällt indes das Drehmoment der „Race edition“ aus: Hier sind es 1.320 gegenüber den 800 Newtonmetern des GT. In beiden Fällen sollen die jeweils 1.840 Kilogramm schweren Flügeltürer aus dem Stand in 2,6 Sekunden auf Tempo 100 sprinten und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 255 km/h erreichen. Für die GT-Version verspricht Arcfox zudem eine Reichweite pro Batterieladung von mehr als 400 Kilometer.

Genfer Autosalon 2019: Stromer-Studien dominieren

Ebenfalls in Genf wurde das noch konzepthaft wirkende SUV ECF gezeigt, für das der frühere VW-Chefdesigner Walter da Silva verantwortlich ist. Es soll nach Herstellerangaben einen Ausblick geben auf das erste Serienmodell von Arcfox. Das SUV ist gedacht als „Komfortmobil“ mit 2,90 Meter Radstand und über 600 Kilometer elektrischer Reichweite. Schon Mitte April will der BAIC-Ableger auf der Auto Shanghai mehr vom ECF zeigen.

Wie die Zeitschrift „Automobilproduktion“ berichtet, ist die vom Joint-Venture-Partner Magna entwickelte elektrische Plattform für Arcfox bereits nahezu serienreif. Derzeit rüstet der BAIC-Konzern in China ein Arcfox-Werk für die Produktion von Fahrzeugen auf der neuen Magna-Plattform ein. Die Jahreskapazität soll bei 180.000 Fahrzeugen liegen. Bereits 2020 wird der BAIC-Konzern mit Arcfox den chinesischen Markt bedienen. Gut möglich, dass BAIC in nicht allzu ferner Zukunft seine elektrischen Premium-Modelle ebenfalls in Deutschland anbietet.

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