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Beissbarth kauft API

Autor: Ottmar Holz

Berührungslos arbeitende Achsvermessungsanlagen und Reifenscanner sind fast schon ein Muss im Annahmeprozess moderner Autohäuser. Im Portfolio des stark expandierenden Werkstattausrüsters Base Group findet ein Kaufinteressent ab sofort mehr Auswahl.

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Der API-Annahmestand findet sich in vielen Direktannahmen führender Autohäuser.
Der API-Annahmestand findet sich in vielen Direktannahmen führender Autohäuser.
(Bild: Beissbarth)

Die in München beheimatete Beissbarth GmbH, ein Entwickler und Hersteller von hochwertigen Maschinen und Geräten im Bereich Werkstattausstattung sowohl für die Erstausrüstung als auch für den freien Markt, hat zum 1. Januar 2020 die API Car Systems GmbH mit Sitz in Leipzig übernommen. API entwickelt und vertreibt Robotersysteme zur berührungslosen Achsvermessung.

„Wir freuen uns, mit der API Car Systems GmbH ein weiteres Unternehmen unter dem Dach der BASE-Gruppe (Beissbarth Automotive Service Equipment) begrüßen zu dürfen. Wir versprechen uns auf Basis der vorhandenen Erfahrungen beider Unternehmen Impulse für den weiteren Geschäftsausbau, speziell im Bereich des Service“, verdeutlicht Marco Kempin, Chief Finance Officer der Unternehmensgruppe und Geschäftsführer der Beissbarth GmbH, die Hintergründe des Zukaufs. Er erklärte außerdem, dass API als eigene Rechtseinheit in Leipzig weitergeführt wird.

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Stefan Bodeit, verantwortlich für Vertrieb und Marketing bei der Beissbarth GmbH, ergänzt: „Für die Kunden der API Car Systems GmbH ändert sich aufgrund der Übernahme nichts. Service, Wartung und Ersatzteilversorgung werden wie gewohnt durch das qualifizierte API-Personal durchgeführt und sichergestellt. Alle vertraglichen Verpflichtungen werden selbstverständlich erfüllt.“

Konkret verspricht sich Beissbarth laut Stefan Bodeit Synergien im Service durch die zusätzlichen Mitarbeiter. Sie sollen auch für Beissbarth Aufgaben übernehmen. (Bei Engpässen gilt dies auch umgekehrt.) Die BASE Group hofft ferner, vom Bühnen-Know-how der API-Mitarbeiter im Rahmen der Einführung des Beissbarth-Hebebühnen-Programms zu profitieren.

Mit dem Kauf von API verstärkt sich Beissbarth mit einem Team, das sich bestens mit berührungsloser Fahrwerksvermessung und den Vorzügen für die Endkunden auskennt. Daraus und aus dem übernommenen Kundenstamm ergeben sich natürlich Impulse, um dieses immer stärker nachgefragte Produktsegment weiter auszubauen.

Unterschiedliche Messverfahren

API nutzt für die Oberflächenerfassung der Felge/Reifen-Kombination (Rad) ein Farblichtstreifenverfahren, fotografiert die Verzerrung paralleler Linien im sichtbaren Bereich und berechnet daraus die Radstellung im Raum. Diese beziehungsweise eine verwandte Technik setzt Beissbarth beim Reifenscanner Easy Tread ein. API verwendet dagegen einen normalen Rotlichtlinienlaser, erfasst damit einen circa acht bis zehn Zentimeter breiten Bereich, in dem die Reifen während der automatischen, mechanischen Felgenschlagkompensation durch Drehen der Räder gescannt werden. (Hierzu muss der erste Gang eingelegt und die Handbremse gelöst sein). Die Positionierung und Messung erfolgt automatisch, ist aber keine echte gleichzeitige Vierradvermessung. API benötigt zwingend die hauseigene Scherenbühne wegen der Felgenschlagkompensationsmechanik.

Beissbarths Touchless projiziert 4000 Laserpunkte im Infrarotbereich auf jeden Radkasten. Diese sind somit für das menschliche Auge weder sichtbar noch gefährlich.

  • Ein Stereo-Kamera-System nimmt dieses Punktemuster auf, und Algorithmen erstellen damit ein 3-D-Modell der Seitenfläche des Reifens. Dabei wird in drei verschiedene Bereiche unterteilt: Reifen, Felge, und Karosserie.
  • Für die Berechnung werden jedoch nur die Punkte auf dem Reifen verwendet, da hier Farbe, Form und Material immer gleich sind: schwarz, rund und Gummi. Felgen sind dagegen vielfältiger und häufig sitzt noch eine Radkappe über allem. Der Reifenlatsch wird im Übrigen abgeschnitten, um die Messung nicht zu verfälschen. Über das erzeugte 3-D-Modell der Reifenaußenwand lässt sich die tatsächliche Drehachse des Rades bestimmen, um so nach Kompensation des Radschlags die wirklichen Spur- und Sturzwerte zu berechnen. Die Felge wird somit nicht berücksichtigt und hat keinen Einfluss auf die Messung.
  • Im Gegensatz zum API-System werden hier alle vier Räder gleichzeitig vermessen. Dies hat den Vorteil, dass der Anwender direkt mit der Einstellung beginnen kann und Veränderung an beiden Achsen live mitbekommt. Das erspart ihm das zeitaufwendige Nachmessen der einzelnen Achsen. Gerade bei komplexen Fahrwerken ist dies ein enormer Vorteil. Die vier Messwertaufnehmer müssen miteinander kommunizieren. Dies erfolgt über ein Referenzfeld in Quer- und Längsrichtung. Dadurch lassen sich auch Vibrationen und Schwingungen einfach kompensieren, ohne die Messfähigkeit zu verlieren.
  • Die beiden vorderen Messwertaufnehmer bleiben immer auf der Höhe der Drehteller, lediglich die hinteren beiden müssen gegebenenfalls an längere Radstände angepasst werden. Somit lassen sich aber alle Fahrzeuge vom Smart bis zum Sprinter hochgenau vermessen.

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Redakteur Service und Technik