Bremen Classic Motorshow Besser Online-Messe als gar nicht

Autor: Steffen Dominsky

Statt in die Messehallen zu bitten, öffnete die Saisonstart-Messe in diesem Jahr nur im Internet. Interessierte können sich die gut gemachte Fünf-Stunden-Show jederzeit online ansehen.

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Frank Ruge (li.), Projektleiter Messe Bremen, und Johannes Hübner, bekannter Oldtimerautor und Moderator, führten durch die kurzweilige Online-Ausgabe der diesjährigen Bremen Classic Motorshow.
Frank Ruge (li.), Projektleiter Messe Bremen, und Johannes Hübner, bekannter Oldtimerautor und Moderator, führten durch die kurzweilige Online-Ausgabe der diesjährigen Bremen Classic Motorshow.
(Bild: Messe Bremen)

Von dem oder der „gludernden Lot“ sprach einst ein für Versprecher bekannter bayerischer Ministerpräsident. Was Edmund Stoiber meinte, war natürlich die lodernde Glut, das Feuer, das hoffentlich nicht ausgeht. Davon träumen aktuell zahlreiche Messemacher und Veranstalter. Selbstredend auch die, die irgendwas mit Klassikern am Hut haben, wozu unter anderem die Messe Bremen zählt. Mit der „Bremen Classic Motorshow“ haben die Nordlichter im Laufe von nunmehr 18 Jahren ein Event auf die Beine gestellt, das zu den tragenden Säulen des hiesigen Angebots an Oldtimermessen gehört. Anfang Februar durchgeführt, läutet die BCM traditionell das Messejahr für Klassiker ein. So auch in diesem Jahr.

Das große „Aber“: 2021 fand die Bremer Veranstaltung coronabedingt rein virtuell statt, das heißt, im Internet. In Form eines mehr als fünfstündigen Livestreams bekamen Interessierte Einblicke in das, was ihnen live vor Ort geblüht hätte – zu einem kleinen Teil zumindest. Dafür aber war die ganze Show kostenlos. Nicht mal eine Anmeldung/Registrierung war vonnöten, man konnte alles vom heimischen Sofa aus verfolgen. Auch technisch funktionierte die Mischung aus Live-Übertragung und Einspielung vorbereiteter Videos problemlos. Die Sponsoren der Bremen Classic waren dabei sichtbar, machten den Auftritt aber nicht zu einer Werbeveranstaltung.

Online ist toll, aber eben nicht real

Bekannte Größen der Szene wie Wolfgang Blaube, Johannes Hübner und Andy Schwietzer präsentierten jede Menge technischer und geschichtlich-historischer Fakten zu Marken und Modellen. Zuschauer erhielten Einblicke in die Sonderschau „Biedermann & Brandstifter“, sie bekamen spannende Geschichten aus der Rubrik „Clubgeschichten“ zu hören oder konnten die Verleihung des „Goldenen Kolben“ mitverfolgen, einer Auszeichnung für verdiente Persönlichkeiten der Klassikerszene. Dem Oldienachwuchs trugen Formate wie „Junge Klassiker“ und „Young Generation“ Rechnung, und Zweiradfans erfuhren mit Rolf Witthöft die Geschichte hinter dem erfolgreichsten westdeutschen Enduro-Fahrer aller Zeiten.

Ziel der ganzen Übung im Internet, die eine klassische Präsenzveranstaltung keineswegs ersetzen kann und will, ist letztlich die Kontaktpflete zum Messebesucher von morgen. Nicht dass der auf die Idee kommt: „Messe vor Ort? Geht doch auch ohne!“

Bis Mai noch dabei sein

Doch diese Angst der Messemacher dürfte unbegründet sein. Zwar hatten die Bremer im Rahmen ihrer digitalen Show auch einen Fahrzeug- und Teilemarkt im Angebot. Aber eine optische wie haptische Inaugenscheinnahme vor Ort kann ein digitales Fahrzeugangebot niemals ersetzen. Und Schnäppchen in Sachen Ersatzteil in der Wühlkiste lassen sich in der Online-Welt genauso wenig darstellen wie machen – das geht einfach nur im Realen.

Genau die, also die reale Messewelt in Sachen Young- und Oldtimer soll es im Fall der Bremen Classic Motorshow dann wieder im kommenden Jahr geben – genauer gesagt vom 4. bis 6. Februar 2022, so der Plan. Wer das Online-Event in diesem Jahr verpasst hat, der kann sich die Show noch bis zum 1. Mai in Form einer Aufzeichnung online ansehen. Sowohl das komplette Event als auch unten, am Ende der Seite, ausgesuchte Präsentationen.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group