Absatzprognose BEVs bringen den Neuwagenmarkt 2025 auf Trab

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Marktforschung Dataforce sieht für das kommende Jahr einen deutlichen Aufschwung der Neuzulassungen – nicht zuletzt befeuert durch mehr BEVs. Die müssen die Hersteller im kommenden Jahr verstärkt in den Markt drücken, auch mit finanziellen Anreizen.

Das Neuwagengeschäft bleibt zwar hinter den Höchstständen weit zurück. Doch die BEV-Modelle sorgen 2025 wieder für einen Aufwärtstrend.(Bild:  Schreiner - VCG)
Das Neuwagengeschäft bleibt zwar hinter den Höchstständen weit zurück. Doch die BEV-Modelle sorgen 2025 wieder für einen Aufwärtstrend.
(Bild: Schreiner - VCG)

Die Neuwagennachfrage wird sich nach Ansicht der Marktforschung Dataforce in den kommenden Monaten und im nächsten Jahr weiter stabilisieren. Entsprechend werden die Zulassungszahlen in Deutschland und Europa steigen. Dennoch gibt es für den Markt keine echte Entwarnung, da sich die Nachfrage und das Zulassungsvolumen auf die weniger margenstarken Kanäle verlagern. Der Privatmarkt und der Gewerbekundenmarkt bleiben schwach.

Grundsätzlich bleibe das Marktumfeld für 2024 und 2025 herausfordernd, heißt es in einer aktuellen Prognose von Dataforce. Dies sei nicht zuletzt einer schwachen Pkw-Nachfrage wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten geschuldet. In der Folge nutzten Hersteller und Händler wieder vermehrt Rabatte, Leasingangebote und taktische Zulassungen, um das Wachstum aufrechtzuerhalten. Dataforce prognostiziert für 2024 einen weiteren Anstieg des europäischen Pkw-Markts um 2,2 Prozent auf 13,1 Millionen Neuzulassungen.

Spannend ist aus der Sicht der Marktbeobachter die weitere Entwicklung der Elektro-Modelle. Da die CO2-Vorgaben weiter verschärft werden – das Flottenziel der Hersteller liegt dann bei 93,6 g/km CO2 (WLTP) – muss der BEV-Anteil auf 23 Prozent steigen. Zugleich ist ein PHEV-Marktanteil von mehr als 8 Prozent erforderlich. „Um dahin zu kommen, werden die Hersteller Promotions für Pkw mit Verbrennungsmotoren zurückfahren und sich auf den Verkauf von BEVs und PHEVs konzentrieren“, erwartet Dataforce. Hersteller, die ihre aktuellen Ziele übertreffen, können zudem versucht sein, die Auslieferungen von Verbrennerfahrzeugen auf 2024 vorzuziehen. Beides könnte den Markt aber in Teilen beflügeln.

E-Autos: Hype vorbei, Notwendigkeit wächst

Generell sieht Dataforce positiv auf den Elektroautomarkt. Der Hype um die Antriebsart sei zwar definitiv vorbei – die Rücknahme der staatlichen Unterstützung, steigende Finanzierungskosten und schrumpfende verfügbare Einkommen dämpfen bekanntermaßen die Nachfrage. „Diese Faktoren werden sich jedoch mit dem Konjunkturzyklus und dem technologischen Fortschritt der BEVs verbessern“, sind sich die Marktbeobachter sicher. Die Entwicklungen würden letztlich auch Mittelklassefahrzeuge für längere Fahrten wappnen.

Konkret erwartet Dataforce für 2024 einen Rückgang der BEV-Zulassungen um 2,5 Prozent. Im Jahr 2025 werde die strenge CO2-Regulierung bereits wieder „einen Sprung nach oben auslösen“, bei dem das BEV-Volumen über die Marktnachfrage hinausgeht. Die weitere Entwicklung von 2026 bis 2029 ist dagegen schwer vorherzusagen, da sie von vielen externen Faktoren abhängt, insbesondere hinsichtlich der politischen Vorgaben der EU (Green Deal) oder der Höhe staatlicher Kaufanreize für BEV-Modelle. Grundsätzlich sei ein BEV-Anteil von etwa 40 Prozent im Jahr 2029 denkbar.

Entscheidend sei zudem der Ausbau der Ladeinfrastruktur, da sie der beschränkende Faktor für jene Fahrer sei, die keine Wallbox zu Hause oder am Arbeitsplatz haben (können). Für sie bedeute die Suche nach einer Lademöglichkeit im öffentlichen Raum Aufwand und weniger Freiheit als das Betanken eines Verbrenners. „Für eine Massenmarkttauglichkeit der E-Mobilität ist daher ein unkomplizierter und wohnortnaher Zugang zu Ladesäulen erforderlich“, analysiert Dataforce.

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