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BMW-Händler lehnen neue Verträge ab

| Autor: Andreas Wehner

Eigentlich sollten zum 1. Oktober bei BMW die neuen Händler- und Serviceverträge in Kraft treten. Doch die Mitglieder des Händlerverbands fordern einen Aufschub. Sie sehen ihre Profitabilität gefährdet.

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(Foto: Wehner / kfz-betrieb)

Die Mitglieder des BMW-Händlerverbands haben die neuen Händler- und Serviceverträge des Herstellers abgelehnt. Auf einer Sondersitzung des Verbandes deutscher BMW-Vertragshändler (VDB) am Mittwoch in München hätten die Mitglieder den Aufschub des neuen Geschäftsmodells bis Ende 2019 gefordert, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands.

Die Händler kritisieren vor allem, dass BMW das Direktgeschäft zuletzt ausgeweitet habe, und nennen als Beispiel den im Frühjahr bekannt gewordenen Deal des Herstellers mit der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland). „Der Handel verliert durch die Teilnahme des Herstellers am Vertrieb einen immer größer werdenden Teil seines Geschäfts“, heißt es in der Mitteilung wörtlich. Während die BMW-Neuzulassungen insgesamt gestiegen seien, sei der Absatz der selbstständigen BMW-Partner lediglich konstant geblieben. Gleichzeitig fordere BMW von seinen Händlern hohe Investitionen in Infrastruktur und Qualität, die bei Direktgeschäften nicht anfielen.

Im August hatte der Hersteller den Autohäusern und Servicebetrieben die neuen Verträge zugestellt, die ab dem 1. Oktober 2018 in Kraft treten sollten. Die wirtschaftliche und juristische Prüfung durch den VDB habe gezeigt, dass die BMW AG mit dem neuen Geschäftsmodell die Partner im Vergleich zu den bestehenden Verträgen benachteilige, schreibt der Verband. Die Händler streben daher in den nächsten Monaten „faire Verhandlungen mit dem Hersteller an, um ein für beide Seiten partnerschaftliches neues Geschäftsmodell zu erreichen.“

Im Vergleich zu Wettbewerbern im Premiumsegment fühlen sich die deutschen BMW-Partner deutlich schlechter gestellt und verlangen bei den Vertragsanpassungen längere Vorlaufzeiten. „Obwohl BMW in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten nachhaltig der profitabelste Hersteller im Premium-Segment war, partizipieren die Autohäuser und Servicebetriebe nicht davon. Im Gegenteil: Im direkten Premium-Wettbewerbsumfeld sind sie die Handelsorganisation mit der niedrigsten Profitabilität“, schreibt der Verband. Eine weitere Reduzierung des Ertrages gefährde die wirtschaftliche Existenz der BMW Partner.

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«