BMW-Handel: „Keine größeren Änderungen im Vertriebsnetz.“

Autor: Stephan Richter

BMW-Deutschlandchef Roland Krüger und Händlerverbandspräsident Werner Entenmann im Dialog über die Situation der Marke und des Händlernetzes in Deutschland.

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BMW: Hersteller und Verband stehen im Schlagabtausch über die kommenden Vertriebsverträge.
BMW: Hersteller und Verband stehen im Schlagabtausch über die kommenden Vertriebsverträge.
(Foto: Richter)

Eine schlechte Renditesituation im BMW-Händlernetz, Missmut der Vertriebspartner über die anstehenden Händlerverträge und die damit verbundenen Investitionen sowie der Eintritt der BMW Group in die Elektromobilität mit dem i3. Roland Krüger hat den Posten des BMW-Vertriebsleiters für Deutschland in einer turbulenten Zeit übernommen.

Im Gespräch mit »kfz-betrieb« gab Krüger gemeinsam mit dem Präsidenten des BMW-Händlerverbands Werner Entenmann einen Einblick in den Stand der Dinge. „Unsere Händlerverträge gelten europaweit. Nun geht es darum, individuell mit jedem Händler zu besprechen, welche Investitionen in welchem Zeitraum notwendig sind, um ein durchgängiges Markenerlebnis zu schaffen“, beschrieb Krüger. All dies geschehe im intensiven Austausch mit dem BMW-Händlerverband, wie auch Werner Entenmann bestätigte: „Die Händler verdienen derzeit nicht so gut wie wir es uns wünschen. Daher diskutieren wir sehr wohl die Frage, ob die Investitionen sinnvoll sind und ob sie sich ein Partner leisten kann. Wir setzen auf die betriebswirtschaftliche Machbarkeit."

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Vor diesem Hintergrund erwarte Krüger keine großen Veränderungen im Vertriebsnetz. Auch den von einigen Händler laut ausgesprochenen Plänen, ihr Geschäft in Zukunft als reinen Servicebetrieb weiterlaufen zu lassen, maß Krüger keine hohe Relevanz zu.

Vertrauen in den Hersteller haben

Entenmann sprach sich zudem für den Hersteller aus: „Die Händler müssen den Prozess immer ganzheitlich betrachten und Vertrauen in eine BMW Group haben, die daran interessiert ist, dass es ihren Händlern gut geht und sie Geld verdienen. Die durch das Engagement von Herrn Krüger vorgezogene Gap-Analyse muss aber in vielen Fällen überarbeitet und dann eine eventuelle Umsetzung der nötigen Standards und ein zeitlicher Ablauf abgestimmt werden.“

Liefersituation für Ersatzteile habe sich verbessert

Neben den Händlerverträgen wären die andauernden Lieferschwierigkeiten mancher Ersatzteile eine weitere Baustelle für den Hersteller. Hier lenkte Krüger ein: „Die Situation hat sich verbessert, und wir arbeiten daran, die normalen Zustände wieder herzustellen. Wir bedauern sehr, dass unseren Kunden durch die Systemumstellung Unannehmlichkeiten entstanden sind. Daher haben wir dem Handel auch kostenfreie Ersatzmobilität zur Verfügung gestellt.“ Ebenfalls in enger Abstimmung mit dem Händlerverband plane BMW Ausgleichsmodelle bei finanziellen Einbußen. „Wir warten ab, bis die Prozesse wieder laufen, und untersuchen dann, was die Lieferprobleme für den Handel bedeutet haben“, sagte Entenmann.

Renditesituation ist nicht gut

Diese Überlegungen wären auch nötig in Anbetracht der vorliegenden Händlersituation: „Die Renditesituation ist nicht gut, aber immerhin nicht schlechter als 2012. Der Abrechnung liegt ein Margensystem zugrunde, das in einer wirtschaftlich besseren Zeit entwickelt wurde“, erklärte Entenmann.

Lesen Sie das komplette Interview in der Ausgabe 40 von »kfz-betrieb«.

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