Servolenkungsdefekt BMW holt 282.000 Fahrzeuge in deutsche Werkstätten

Von Niko Ganzer

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Die Baureihen 1er bis 4er müssen laut Kraftfahrt-Bundesamt überprüft werden. Ob die Behörde die Maßnahme der Münchner überwacht, ist noch nicht entschieden. Laut BMW handelt es sich um eine schon länger laufende Serviceaktion.

Laut einer BMW-Sprecherin handelt es sich bei der Aktion um eine Servicemaßnahme und explizit nicht um einen Rückruf.
Laut einer BMW-Sprecherin handelt es sich bei der Aktion um eine Servicemaßnahme und explizit nicht um einen Rückruf.
(Bild: BMW)

In der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) findet sich seit 6. Dezember ein Warnhinweis für 282.000 Exemplare des 1er, 2er, 3er und 4er BMW aus dem Produktionszeitraum Juli 2011 bis Ende Mai 2015. "Aufgrund korrodierter Aluminiumschrauben kann sich der Elektromotor am Servolenkungsgetriebe lösen", heißt es in dem Datenbankeintrag der Behörde. Dies führe zum Verlust der Lenkunterstützung "bei weiterhin gesetzeskonformer Lenkung mit erhöhter Lenkkraft", wie es in einem Nachsatz heißt.

Laut einer BMW-Sprecherin handelt es um eine Servicemaßnahme und explizit nicht um einen Rückruf. Sie finde insbesondere in Märkten mit erhöhtem Korrosionsrisiko statt (insbesondere durch Salzstreuung im Winter) und laufe bereits seit 2018. Daher seien hierzulande bereits etwa 75 Prozent der Fahrzeuge abgearbeitet. Für das KBA hingegen ist offensichtlich noch nicht klar, ob das Problem als sicherheitsrelevant und damit als Rückruf einzustufen ist. Dies wäre der Fall, wenn es die Durchführung der Abhilfemaßnahme bei allen Fahrzeugen überwachen würde, was sich laut dem Datenbankeintrag bislang "in Untersuchung" befindet.

Was genau an den Autos repariert wird, ist weder der Flensburger Veröffentlichung noch der Antwort der BMW-Pressestelle zu entnehmen. Gleiches gilt für den Herstellercode. In Kanada, wo im Frühjahr 2021 das gleiche Problem öffentlich wurde, ersetzten die BMW-Vertragsbetriebe die Schrauben und trugen eine Wachsversiegelung auf. Wenn eine oder mehrere der Schrauben gebrochen waren oder fehlten, wurde ein neues Lenkgetriebe eingebaut. Ähnlich verfuhren auch Tesla und Mercedes, die wegen dem Problem 2018 und 2019 Rückrufe gestartet hatten.

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