Borgward: Comeback als Chinese

Autor: Andreas Wehner

56 Jahre nach dem Konkurs von Borgward soll es in Deutschland wieder Fahrzeuge dieser Marke geben. Die Namensrechte gehören einem chinesischen Autobauer, die Technik ist chinesisch. Wie erfolgreich der Versuch ist, hierzulande Fuß zu fassen, wird sich zeigen.

Chinesische Marken tun sich in Europa oft schwer. Mit Modellen wie dem Borgward BX7 könnte sich das verändern.
Chinesische Marken tun sich in Europa oft schwer. Mit Modellen wie dem Borgward BX7 könnte sich das verändern.
(Bild: Borgward)

Die bisherige Geschichte chinesischer Marken in Deutschland und Europa könnte man auch unter „Pleiten, Pech und Pannen“ zusammenfassen. Ob Brilliance, Landwind oder ein dubioser Importeur Namens China Automobile Deutschland: Alle, die bislang versuchten, chinesische Pkws in Deutschland zu etablieren, scheiterten krachend. Was im Gedächtnis geblieben ist: miese Crashtests und Probleme mit Plagiaten. Ein Fabrikat, dem man zunächst durchaus Chancen einräumte, war Qoros. Das Unternehmen holte sich erfahrene europäische Automanager, startete mit einem viel beachteten Auftritt auf dem Genfer Salon und bewies mit einem guten Crashtest-Ergebnis die offensichtliche Qualität seiner Fahrzeuge. Doch schon der Marktstart in China war enttäuschend, hinzu kamen Probleme im Management. So ist es inzwischen still geworden um das Fabrikat, hinter dem unter anderem der Autobauer Chery steht.

Der war in diesem Jahr unter eigener Flagge auf der Frankfurter IAA vertreten und kündigte seinen Eintritt in Europa „in wenigen Jahren“ an. Auch Great Wall Motors stellte seine Marke Wey in Frankfurt aus und tat seine Ambitionen kund, auch den europäischen Markt ins Visier zu nehmen. In den Startlöchern steht außerdem die Volvo-Mutter Geely mit ihrem neuen Fabrikat Lynk & Co (siehe Kasten auf Seite 20). In Sachen Technik haben die Chinesen inzwischen offenbar dazugelernt. „Die Fahrzeuge, die die chinesischen Hersteller auf der diesjährigen IAA gezeigt haben, sind grundsätzlich besser als die Produkte von Herstellern wie Landwind und Brilliance, die vor einigen Jahren nach Europa kommen wollten“, sagt Nicole Steiger, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung JSC Automotive, die auf den chinesischen Markt spezialisiert ist. Doch es fehle an der Markenbildung, für die es jedoch Zeit brauche. „Fragt man deutsche Kunden nach chinesischen Marken, so assoziieren sie in der Regel nichts damit“, sagt Steiger.

Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«