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Dass weitere Marken und Standorte das automobile Geschäft durchaus beleben, erfährt Stefan Zschernitz, Geschäftsführer vom Karlsruher Autohaus Zschernitz. Für ihn hat es sich ausgezahlt, künftig nicht nur auf GM-Marken, sondern auch auf Ford und Renault/Dacia zu setzen. Denn abgesehen vom Nutzfahrzeuggeschäft befinden sich alle anderen Geschäftsfelder deutlich im Plus.
Von und mit einer Marke leben muss dagegen Uwe Conrad vom Smart-Center Saarbrücken. Zum dritten Quartal sagt der Geschäftsführer: „Kaum zu glauben, aber wahr: Der Smart ist in der Verkaufsstatistik in seinem Segment mit Abstand die Nummer eins. Durch eine geglückte Sondermodellpolitik ist es uns in Saarbrücken gelungen, die Zeit bis zur Einführung der neuen Smart-Generation im Oktober erfolgreich zu überbrücken. Jetzt kann der Endspurt beginnen.“
Rabatten hat der Saarländer schon lange den Kampf angesagt: „Der Preisdruck für Neuwagen war im Saarland schon immer extrem. Aber wir sind noch nie auf jede Rabattforderung eingegangen. Denn alles hat seinen Preis. Für gute Arbeit wollen wir auch gut bezahlt werden. Der Smart ist seinen Preis wert, und deshalb werden wir auch in Zukunft wenig Rabatte geben. Die meisten unserer Kunden sehen das genauso.“
Sehr zufrieden ist Conrad mit dem Gebrauchtwagenverkauf. Er hat das Jahreswagengeschäft konsequent ausgebaut und bis Ende September etwa 100 Smart-Jahreswagen verkauft. Glücklich über die Erträge ist er nicht nur bei den Gebrauchten sondern auch im Service. „Unsere Kunden sind mit unserem Service hochgradig zufrieden und deshalb auch sehr treu, was sich positiv auf die Weiterempfehlungsrate und die Werkstattauslastung auswirkt. Unsere Werkstatt war im dritten Quartal fast durchgehend ausgelastet.“
Nutzfahrzeuge brummen
Knut Brinkmann, Geschäftsführer des Mercedes-Benz-Betriebs Brinkmann Bleimann in Güstrow, erfreut sich ebenfalls am Gebrauchtwagengeschäft. „Wir haben weniger Ware, als wir verkaufen könnten, dadurch ziehen auch die Preise merklich an. Der Deckungsbeitrag liegt knapp zwei Prozent über Vorjahresniveau.“
Gute Laune bekommt Brinkmann auch beim Gedanken an das Lkw-Geschäft. Hier liegt das Unterneh-men 60 Prozent über dem Vorjahr. Kaufzurückhaltung hingegen herrscht bei den Transportern. Das läge unter anderem daran, dass im Oktober die neuen Modelle von Vito und Viano auf den Markt kommen – scheinbar warten die Kunden ihre Einführung ab. Mit Blick auf die Pkw-Sparte meint der Autohaus-Unternehmer: „Wir verkaufen zwar weniger Autos, aber dafür sind die verkauften Fahrzeuge deutlich hochwertiger und damit teurer.“
Siegfried Reuner, Inhaber des Ford-Autohauses Reuner in Palling, blickt im dritten Quartal zwar auch auf ein leicht rückläufiges Verkaufsgeschäft zurück. Das Ergebnis ist aber besser als 2008. Realistischerweise zieht er 2009 nicht als Vergleichszeitraum heran. Realistisch sind in seinem Autohaus auch die Rabatte: „Wir wollen weiterhin Geld verdienen und machen deshalb nicht jedes Geschäft mit. Deshalb haben sich die Rabatte bei uns nichts verändert. Wir liegen im Ford-Händlervergleich immer noch in der Top-Gruppe“, stellt Reuner fest. Top sind in seinem Autohaus zudem die Erträge im Gebrauchtwagengeschäft sowie die Werkstattauslastung.
Abgrund nicht in Sicht
„Mit den Neuwagenverkäufen im dritten Quartal sind wir sehr zufrieden. Bei Skoda gibt es allerdings zu lange Lieferzeiten“, sagt Geschäftsführer Frank Motejat vom Autohaus Mothor in Brandenburg. Gebrauchte könnte Motejat deutlich mehr verkaufen, wenn er sie denn hätte. Jedoch verkauft der Betrieb die vorhandenen Gebrauchtwagen auch in Brandenburg zu besseren Preisen, was die Erträge steigen lässt. Das gilt auch für das Servicegeschäft. Dieses läuft erstklassig – in allen Betrieben verzeichnet die Autohausgruppe zweistellige Umsatzsteigerungen.
Fazit: Auch das dritte Quartal hat die Branche nicht in den Abgrund getrieben. Und selbst wenn sich die verschieden Geschäftsfelder nicht alle überall einheitlich positiv entwickeln – die von »kfz-betrieb« befragten Autohäusern haben gute Gründe, optimistisch in Richtung Jahresende zu blicken.
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