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Brass-Gruppe kauft Seat-Niederlassung Frankfurt

Autor: Andreas Grimm

Seat Deutschland gibt die Hoheit über seine vier Niederlassungen ab. Bereits seit August 2018 gehören sie organisatorisch nicht mehr zum Importeur. Jetzt wird der Standort Frankfurt, bislang Hauptsitz der Niederlassungen, an die Brass-Gruppe verkauft.

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Seat Deutschland trennt sich von seinen Niederlassungen. Der Betrieb in Frankfurt geht zum 1. April an die Brass-Gruppe (das Archiv-Bild zeigt die Niederlassung Berlin).
Seat Deutschland trennt sich von seinen Niederlassungen. Der Betrieb in Frankfurt geht zum 1. April an die Brass-Gruppe (das Archiv-Bild zeigt die Niederlassung Berlin).
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die Brass-Gruppe kauft die Seat-Niederlassung Frankfurt. Das bestätigte Seat Deutschland auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Die Transaktion wird zum 1. April wirksam. Zur Zukunft der anderen drei Niederlassungen in Hamburg, Berlin und Stuttgart äußerte sich der Importeur auf Nachfrage bislang nicht konkret. Aus dem Markt hatte es zuvor geheißen, alle Niederlassungen seien verkauft. Zumindest das ist laut dem Importeur nicht richtig.

Allerdings geht aus den im Bundesanzeiger veröffentlichten Finanzberichten hervor, dass die Niederlassungen organisatorisch und wirtschaftlich nicht mehr zum Importeur gehören. Für das vergangene Jahr zeichnet bereits die „Porsche Siebte Vermögensverwaltung GmbH“ als alleinige Gesellschafterin der Seat Deutschland Niederlassung GmbH verantwortlich. Die wiederum ist eine Tochter des Volkswagenkonzerns, mit der Folge, dass die Niederlassung GmbH für 2018 keine eigene Bilanz mehr veröffentlicht hat. Laut dem Unternehmensdaten-Anbieter North Data erfolgte der Gesellschafterwechsel zum 1. August 2018.

Fakt ist zudem, dass der seit 2007 amtierende Geschäftsführer der Niederlassung GmbH, Erik Händler, das Unternehmen verlassen hat. Er ist allerdings bereits seit April 2018 in Doppelfunktion zugleich Leiter der Händlerorganisation des Importeurs Seat Deutschland. Diesen Posten hat er weiter inne. Seine Nachfolger an der Spitze der Niederlassungen sind laut Handelsregisterbekanntmachung vom 28.12.2018 sein bisheriger Stellvertreter Dieter Molter sowie der langjährige Prokurist der Niederlassungen, Wolfdieter Pfiffer. Von wo aus die verbliebenen Niederlassungsbetreibe nach dem Verkauf der Frankfurter Dependance gesteuert werden, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen.

Brass wird wichtiger Seat-Händler

Seat Deutschland erklärt den Verkauf der Frankfurter Niederlassung als Ergebnis der Metropolen- und Marktgebiets-Strategie. „Teil dieser Strategie ist es, Metropolregionen wie den Großraum Frankfurt nach Möglichkeit mit einem strategischen Investor abzudecken, der strukturell und finanziell entsprechend aufgestellt ist“, heißt es in einem Schreiben an die Redaktion. Mit der Brass-Gruppe wolle man „den Vertriebsstandort Frankfurt/Main wirtschaftlich gemeinsam nach vorne bringen“. Alle Mitarbeiter, die diese Veränderung betrifft, seien informiert worden.

Profitabilitätsgründe der Niederlassung hätten aber entgegen anderslautenden Stimmen aus der Branche „definitiv nicht den Ausschlag für den Entschluss, die Handelspräsenz von Seat Deutschland in Frankfurt/Main neu aufzustellen und den aktuellen Marktgegebenheiten anzupassen“. Die Brass-Gruppe sei ein Partner, der tief in der Region verwurzelt ist.

Tatsächlich hat die Brass-Gruppe, die das Institut für Automobilwirtschaft zuletzt auf Platz 26 der großen Händlergruppen in Deutschland führte, in der Vergangenheit kräftig in Seat investiert. Im April 2016 eröffnete die Gruppe in Hanau einen Seat-Betrieb, auch in Offenbach ist die Brass-Gruppe mit den Spaniern bereits aktiv. Nun kommt die Niederlassung im Frankfurter Osten dazu – und im Frankfurter Westen entsteht ebenfalls ein neuer Seat-Showroom von Brass. Bisher betreibt der Mehrmarkenhändler fünf Seat-Standorte im Großraum Frankfurt. Im vergangenen Jahr hatte die Brass-Gruppe zudem den Top-Dealer-Award von Seat für die beste Gesamt-Performance erhalten.

Ob Seat Deutschland die Übernahme der Niederlassung besonders unterstützt, wollte der Importeur mit Verweis auf geschäftliche Interna nicht kommentieren. Die Brass-Gruppe könne „sich – wie jeder andere Betrieb in unserer Händlerorganisation – der umfassenden Unterstützung durch Seat Deutschland sicher sein“.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«