Breitfeld will erste Faraday Future im Herbst 2020 ausliefern

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Erst vor Kurzem hat Carsten Breitfeld die Führung von Faraday Future übernommen. Nun strahlt er bereits Gewissheit aus, dass das Unternehmen tatsächlich Autos bauen wird. Zunächst aber muss frisches Geld her.

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Mit Faraday Future soll es weitergehen.
Mit Faraday Future soll es weitergehen.
(Bild: Faraday Future)

Faraday Future gibt sich nach der Übernahme der Führungsverantwortung durch den Ex-Byton- und Ex-BMW-Manager Carsten Breitfeld zukunftssicher. Wie das chinesisch-amerikanische Unternehmen ankündigte, soll ungefähr im September 2020 die Produktion des ersten Modells FF 91 starten. Kurz danach sollen die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden.

Um die Basis für die Produktion und Auslieferung zu legen, geht das Unternehmen in eine neue Finanzierungsrunde. Man wolle zunächst das Eigenkapital erhöhen und in den kommenden 12 bis 15 Monaten zudem einen Börsengang anstreben, heißt es in einer Mitteilung von Faraday Future. Der projizierte Finanzierungsbedarf wurde zugleich von ursprünglich geschätzten 2 Milliarden US-Dollar auf 850 Millionen US-Dollar erheblich gesenkt. Bisher wird das Elektroauto-Start-up vor allem mit Kapital aus China finanziert.

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Trotzdem bleibt abzuwarten, ob die Planungen aufgehen. Ursprünglich sollte das Elektroauto FF91 bereits 2018 auf die Straße kommen. Führungsturbulenzen und Finanzierungsprobleme machten dies jedoch unmöglich, auch weil eine geplante Fabrik in den USA nicht fertig gebaut werden konnte. Unter anderem einer der Gründer sowie der Chef der Produktentwicklung hatten das Unternehmen verlassen.

Der neue Chef Carsten Breitfeld rechnet nun damit, dass in der Fabrik im kalifornischen Hanford jährlich 10.000 Einheiten des FF 91 gefertigt werden können. Das Modell soll gegen Vertreter von Bentley oder Rolls-Royce antreten und entsprechend viel kosten: von 150.000 bis 200.000 US-Dollar ist die Rede. Dafür setzt Faraday Future eigenen Angaben zufolge auf Premium-Materialien und Technik: Insgesamt sollen elf Bildschirme verbaut werden. 92 Prozent der Teile für den E-SUV sind laut Breitfeld inzwischen beschafft.

Gleichzeitig kündigte Breitfeld an, dass sein Unternehmen in Kalifornien ein so genanntes „Futurist Testing Lab“ ins Laufen gebracht hat. Dort arbeiten die Entwickler an der „qualitativ hochwertigen und kosteneffizienten Produktion des FF 91. Zudem kündigte Faraday Future für die Zukunft noch ein zweites Auto an, ohne Details zum Einführungszeitpunkt oder den technischen Daten zu nennen. Der FF 81 solle ein Mittelklasse-SUV werden. Den allerdings hatte die Marke bereits für das Jahr 2018 angekündigt, wie die „Auto Motor und Sport“ in einem aktuellen Bericht erinnert.

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