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Bruttoerträge bei Neu- und Gebrauchtwagen legen zu

| Autor: Christoph Baeuchle

Die Bruttoerträge sind beim Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen 2017 gestiegen – trotz Dieselkrise. Doch an anderer Stelle bekamen die Händler die Krise deutlich zu spüren.

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(Bild: Wehner / kfz-betrieb)

Die Branchenkennzahlen haben sich im vergangenen Jahr uneinheitlich entwickelt. Zu den leicht rückläufigen Kennzahlen zählt die Umsatzrentabilität. Nachdem sie die drei Jahre zuvor leicht zulegen konnte, ging sie 2017 um 0,2 Punkte auf 1,5 Prozent zurück. Damit liegt sie zwar noch über den Werten von 2012, 2013 und 2014, aber deutlich unter den vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe genannten Zielwert von drei Prozent. Dieser ist für Autohäuser und Werkstätten notwendig, um die nötigen Investitionen zu stemmen.

„Die Umsatzrentabilität leidet zusätzlich unter dem zunehmenden Investitionsaufwand der Handelsbetriebe, der beispielsweise durch die Errichtung von Ladepunkte im Rahmen von CI-Richtlinien erforderlich ist“, erläutert ZDK-Referent Sven Gustafson. Zudem verweist er auf die Dieselkrise. „Insbesondere die markengebundenen Autohäuser konnten, gehemmt durch die Dieselkrise, nicht das volle wirtschaftliche Potenzial ausschöpfen.“

Doch trotz Dieselkrise konnten die Bruttoerträge bei Neu- und Gebrauchtwagen zulegen. Bei Neuwagen legte der Bruttoertrag nach dem deutlichen Rückgang 2015 erneut zu und stieg um 0,6 Punkte auf elf Prozent. Damit ist der Bruttoertrag Neuwagenverkauf nahe am Höchstwert der vergangenen Jahre dran: 2013 und 2014 lag er bei 11,2 Prozent. „Der Neuwagenverkauf wurde hauptsächlich von den Umtauschprämien angetrieben“, erklärt Gustafson. „Dies zeigte sich besonders im Privatmarkt, der in der zweiten Jahreshälfte stark wuchs. Die Auslobung der Umtauschprämien führt zu einem sinkenden Druck, zusätzliche Nachlässe zu gewähren.“

Beim Gebrauchtwagenverkauf stieg der Bruttoertrag das fünfte Jahr in Folge. Er legte um 0,4 Punkte auf 9,7 Prozent zu und kratzt damit an der Zehn-Prozent-Marke. Dafür hat der ZDK-Referent eine Erklärung: „Der Bruttoertrag im Gebrauchtwagenbereich resultiert aus den Fahrzeugen, die letztlich verkauft werden konnten. Dabei handelt es sich eben nicht um Dieselfahrzeuge. Die Ertragslage für gebrauchte Benziner ist durch das rückläufige Kaufverhalten beim Diesel leicht angestiegen. Dies führt im Ergebnis zu einem erhöhten Bruttoertrag. Die Zahlen malen demnach ein trügerisches Bild über die tatsächliche Situation im Gebrauchtwagenmarkt.“

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