Byton: Das Auto wird zum Smart-Device

In zwei Jahren in Europa

| Autor: Andreas Wehner

Das 48 Zoll große Display unterscheidet den Byton M-Byte deutlich von der Konkurrenz.
Das 48 Zoll große Display unterscheidet den Byton M-Byte deutlich von der Konkurrenz. (Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Nach wie vor ist von chinesischen Autobauern in Europa wenig zu sehen. Mit Byton steht aktuell ein ehrgeiziges Start-up in den Startlöchern, das schon bei der Unternehmensgründung mit großen Namen aus der Autobranche aufwartete. Noch verkauft Byton keine Autos, doch berichtet wurde über das Unternehmen schon viel.

Bytons erstes Modell, der M-Byte, wirkt von außen noch recht unspektakulär. Ein SUV eben – das ist wenig überraschend. Öffnet man jedoch die Tür, darf man durchaus staunen: Statt des Armaturenbretts zieht sich ein riesiges Display über die komplette Fahrzeugbreite. 48 Zoll misst der riesige Bildschirm. Weitere Displays finden sich am Lenkrad und für die hinteren Passagiere an den Rückseiten der Vordersitze. Die Bedienung erfolgt dabei entweder mit dem Finger oder per Sprachbefehl. Per Gesichtserkennung ruft das Fahrzeug automatisch die individuellen Voreinstellungen der Insassen auf.

All das klingt mehr nach Smartphone als nach Auto. Und tatsächlich ist das auch das Konzept. Der Kunde soll seinen Byton ähnlich wie ein Smart-Device benutzen. Alles, was man sonst mit dem Handy macht, soll im Auto für die Passagiere das Fahrzeug übernehmen.

Bislang gibt es den M-Byte nur als Prototyp. Die Autos, die Byton auf Messen und in seinem Store in Shanghai zeigt, sollen jedoch bereits weitgehend dem kommenden Serienmodell entsprechen. Es könnte erstmals auf der IAA in Frankfurt zu sehen. Im Gegensatz zu vielen etablierten Herstellern sind die Chinesen auf der traditionsreichen deutschen Autoschau vertreten.

Stores gemischt mit AR- und VR-Angeboten

Nach dem Marktstart in China zum Jahresende will Byton den M-Byte 2020 in den USA und 2021 in Europa auf den Markt bringen. Dazu soll es eine Roadshow geben, um den Kunden die Autos vor Ort zu zeigen. Im Vertrieb plant Byton eine Kombination aus Online- und Offline-Vertrieb. Im Mittelpunkt stehen dabei die „Byton-Places“ genannten City-Stores, von denen es bis Ende 2019 in China 30 geben soll. Später will der Autobauer auch in Europa und Amerika Byton-Places eröffnen.

Da es aktuell noch keine Autos zu kaufen gibt, sollen die Byton-Stores zunächst den Kunden den Byton-Lifestyle näherbringen. An einem großen Modell können sie sich an der Bedienung des 48-Zoll-Displays versuchen. Zudem setzt der Hersteller auf Augmented-Reality- und Virtual-Reality-Angebote.

Einen Artikel über die Vertriebsstrategien von Byton und dem ähnlich aufgestellten Start-up Nio lesen Sie im »kfz-betrieb«-Spezial zur Digitalisierung, das am 19. Juli erschienen ist. Abonnenten können ihn als Plus-Fachartikel auch online lesen.

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