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Byton zeigt sich optimistisch, dass es weitergeht

Autor: Andreas Wehner

Der ins Schlingern geratene chinesische E-Auto-Hersteller Byton will sich neu aufstellen und prüft dazu gerade verschiedene Szenarien. Ob und wann dabei ein europäischer Markteintritt eine Rolle spielt, ist unklar.

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Wohin steuert Byton? Aktuell prüft das Start-up seine Optionen.
Wohin steuert Byton? Aktuell prüft das Start-up seine Optionen.
(Bild: Byton)

Nach dem Produktionsstopp und Entlassungen prüft der chinesische E-Auto-Hersteller Byton verschiedene Möglichkeiten für einen Neustart. Chinesische Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, Byton wolle unter dem Dach eines neuen Technologie-Unternehmens namens „Shengteng“ die Produktion im September wieder aufnehmen. Frisches Geld soll durch den Börsengang dieser Firma in die Kassen kommen.

„Das ist eines von drei möglichen Szenarien, die gerade geprüft werden. Die Bewertung ist allerdings noch nicht abgeschlossen“, sagte ein Byton-Sprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Er sei optimistisch, dass es weitergehe. Das sei auch im Interesse der Anteilseigner, zu denen der chinesische Staatskonzern FAW gehört.

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Der könnte den Medienberichten zufolge dadurch neues Geld zuschießen, dass Byton als Auftragsfertiger fungiert und der FAW-Marke Hongqi einen Teil der Kapazität des Werks in Nanjing für die Produktion eines neuen Elektroautos zur Verfügung stellt.

„Der weltweite Erfolg führt über Europa“

Welche Rolle der europäische Markt in der künftigen Strategie des Unternehmens spielen wird, ist allerdings noch unklar. Ursprünglich hatte Byton angekündigt, im zweiten Quartal 2021 den ersten europäischen Vertriebsstützpunkt zu eröffnen und Ende 2021 die ersten Fahrzeuge in Europa auszuliefern. Erste Vertriebspartner hatte das Unternehmen auch schon benannt. Sie seien bereit gewesen, insgesamt eine Milliarde Euro zu investieren. Diese Pläne liegen nun auf Eis. „Aber der weltweite Erfolg führt über Europa“, sagte der Sprecher.

Dementsprechend wichtig sei es für das Unternehmen, seine europäische Dependance weiterzuführen. Einen Insolvenzantrag für die in Ismaning bei München sitzende Byton GmbH, wie in den chinesischen Medienberichten kolportiert, gebe es nicht. „Das ist auch nicht geplant“, so der Sprecher. Aktuell befinden sich die Mitarbeiter des deutschen Byton-Standorts in Ismaning bei München in Kurzarbeit. Entlassungen habe es nicht gegeben. Nur wenige der rund 70 Mitarbeiter hätten dem Unternehmen den Rücken gekehrt.

Festhalten wolle Byton auch an seinem US-Standort im kalifornischen Santa Clara. Dort musste sich allerdings bereits ein Großteil der Mitarbeiter einen neuen Job suchen.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«