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China birgt trotz Absatzminus viel Potenzial

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Aktuell stockt der Autoabsatz in China. Hersteller wie Zulieferer sehen darin nur eine vorübergehende Schwäche, der Markt ist weit von einer Sättigung entfernt. Und nicht zuletzt wegen der Elektromobilität bleibt China ein Kernmarkt.

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(Foto: Baeuchle)

Die Autoindustrie bleibt angesichts des schwächelnden chinesischen Automarktes unter Druck. Der einst so rasant wachsende wichtigste Einzelmarkt der deutschen Autobauer bleibt auch im zehnten Monat nacheinander auf Talfahrt. Im März gingen die Verkäufe an Privatkunden im Land im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12 Prozent auf 1,78 Millionen Wagen zurück, wie der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) am Dienstag in Peking mitteilte. Das war nach den Daten des Verbands der zehnte Rückgang in Folge.

Im vergangenen Jahr hatte der chinesische Automarkt zum ersten Mal seit über zwanzig Jahren einen Rückgang verzeichnet. Vor allem der Zollstreit zwischen den USA und China verunsicherte die chinesischen Verbraucher und ließ sie beim Kauf zögern. Zudem warteten die Kunden zuletzt auch auf eine angekündigte Mehrwertsteuersenkung zum 1. April, darüber hinaus belastet die nicht mehr so rasant wachsende chinesische Konjunktur die Kauflust. Im Februar waren die Verkäufe von Limousinen, SUVs, Minivans und kleineren Mehrzweckfahrzeugen mit minus 18,5 Prozent noch stärker eingebrochen, im Januar um 4 Prozent.

Im April könnte es aber nun mit der Mehrwertsteuersenkung wieder etwas aufwärts gehen, sagte PCA-Generalsekretär Cui Dongshu in Peking. Allerdings reichte die Zuversicht nicht so weit, dass er für das Gesamtjahr ein Wachstum in Aussicht stellen wollte. Immerhin soll in diesem Jahr der Verkauf von Batterie-, Hybrid- und brennstoffzellenbetriebene Wagen von 1,6 Millionen auf 1,7 Millionen klettern.

Am stärksten betroffen sind von der Flaute in China die im Land starken Massenhersteller wie Volkswagen. Die Kernmarke des weltgrößten Autoherstellers liefert fast jedes zweite Auto in China aus, im März setzte es daher auch weltweit einen weiteren herben Absatzdämpfer. Premiumanbieter wie Daimler und BMW rechnen hingegen auch weiter mit Wachstum in dem Land. Daimlers Hausmarke Mercedes-Benz konnte in China tatsächlich den nahezu einzigen Lichtblick im März verbuchen, weil die Verkäufe um 5,9 Prozent zulegten.

Zulieferer setzen auf China

Abseits der aktuellen Entwicklungen sieht die Autobranche in China aber weiter den absehbar wichtigsten Markt, auch wenn sich die Nachfrage dort in diesem Jahr schwächer entwickle. „Das Potenzial und die Chancen für Bosch in China bleiben mittel- und langfristig dennoch enorm“, sagte Bosch-Kfz-Geschäftsführer Stefan Hartung am Montagabend vor Journalisten in Stuttgart.

Der Markt ist nach Einschätzung des weltgrößten Autozulieferers weit von einer Sättigung entfernt. Während in Deutschland 690 Autos auf 1.000 Einwohner kämen, seien es in China nur 170. Besonders bei den Mobilitätsdienstleistungen werde man einen Anstieg sehen, so Hartung. Der chinesische Automarkt werde sich zu einem Leitmarkt für moderne Mobilität entwickeln.

Auch ZF Friedrichshafen will sein Engagement in China noch verstärken. Die dortigen Produktions- und Entwicklungskapazitäten würden ausgebaut, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Derzeit unterhält ZF nach eigenen Angaben 32 Produktionsstandorte in China. Ziel sei es, in den kommenden Jahren das komplette Produktportfolio für die lokalen Bedürfnisse entwickeln und in China fertigen zu können.

China gilt als Vorreiter für die Elektromobilität, weil immer mehr Kommunen die Zulassung von Verbrennungsantrieben in den smoggeplagten Megacities des Landes beschränken. Auch deswegen und wegen der schärferen Kohlendioxid-Abgasregeln in der EU setzen viele deutsche Autobauer in den kommenden Jahren verstärkt auf Elektroantriebe. In der kommenden Woche trifft sich die Branche wieder auf der wichtigen Automesse in Shanghai. Die Trends in China werden immer mehr auch zum Taktgeber der Industrie weltweit.

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