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Christian Senger wird VW-Digitalvorstand

| Autor: Christoph Seyerlein

Mit Christian Senger soll künftig ein Maschinenbauingenieur dafür sorgen, dass VW digital gut aufgestellt ist. Mit seiner Berufung in den Markenvorstand gehen gleich mehrere Veränderungen in der Führungsstruktur der Wolfsburger einher.

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Christian Senger steigt bei Volkswagen weiter auf.
Christian Senger steigt bei Volkswagen weiter auf.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen Pkw wird ab dem 1. März erstmals einen Digitalvorstand haben. Wie die Wolfsburger am Montag mitteilten, steigt Christian Senger in den Markenvorstand auf und wird das neu geschaffene Ressort „Digital Car & Services“ leiten. Auch im Gesamtkonzern wird er alle digitalen Aktivitäten als Leiter verantworten.

Der 44-Jährige hatte zuletzt die Elektro-Baureihe von VW geleitet und damit zum Aufbau des Modularen Elektrobaukastens MEB und der ID-Familie beigetragen. Wer jene Rolle bei VW künftig übernimmt, steht noch nicht fest. Senger war 2016 zum Wolfsburger Autobauer gestoßen, zuvor hatte der Diplom-Maschinenbauingenieur unter anderem für Continental und BMW gearbeitet.

Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess nannte in einem Statement die Gründe, warum VW das neue Ressort geschaffen hat. „Der Anteil der Software im Auto steigt rasant, stellt einen immer größeren Anteil an der gesamten Wertschöpfung dar und bestimmt damit maßgeblich die Leistung und Charakteristik unserer Fahrzeuge. Deshalb werden wir bei Volkswagen die Software-Entwicklung grundlegend stärken“, so Diess.

Christian Sengers Aufgabe sei es nun, die Software-Aktivitäten des Autobauers zu bündeln und „das digitale Gesamterlebnis durch die kundenzentrierte Entwicklung der Konzernmarken zu stärken.“ Zudem soll er dafür sorgen, dass Volkswagen „ein besonders attraktiver Arbeitgeber für digitale Experten und Talente“ wird.

Dass Volkswagen digitalen Themen eine größere Bedeutung beimessen will, hatte sich in den vergangenen Monaten abgezeichnet. Diess hatte bereits vor Wochen angekündigt, einen Digitalvorstand berufen zu wollen. Zuvor hatte es Stimmen aus dem Konzern gegeben, die etwa davor gewarnt hatten, dass der Autobauer im Digitalbereich nicht gut aufgestellt sei. Ab 2020 will VW mit Einführung des ersten ID-Modells auch ein digitales Ökosystem aufspannen, über das der Hersteller beispielsweise direkt mit Kunden in Kontakt treten und Fahrzeuge per Updates over the air mit neuen Funktionen ausstatten kann.

VW passt Führungsstruktur an

Mit Sengers Berufung in den VW-Markenvorstand gehen gleich mehrere Veränderungen in der Führungsstruktur der Wolfsburger einher. So trägt COO Ralf Brandstätter künftig auch die Verantwortung für die Baureihen und die Qualitätssicherung. Um Letztere hatte sich bislang Konzernchef Herbert Diess gekümmert. Die Entscheidung soll ihn entlasten und ihm „größeren Freiraum für die strategischen Aufgaben“ verschaffen.

Die Verantwortung für die Baureihen übernimmt Brandstätter von Frank Welsch. Er soll als Leiter der Technischen Entwicklung mit seinem Team ab sofort deutlich mehr Freiraum für die konzeptionelle Entwicklungsarbeit bekommen. Beispielsweise will VW die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte, von Assistenzsystemen und nachhaltiger Mobilität forcieren.

Auch im Einkaufsressort tut sich etwas: Stefan Sommer wird den Beschaffungs-Bereich künftig in Personalunion für den Gesamtkonzern als auch die Marke VW Pkw führen.

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