Conti schafft neuen Reifenstandard

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Mit dem E-Contact hat Continental einen ersten Reifen speziell für Elektrofahrzeuge entwickelt. Er kommt im Renault Twizy zum Einsatz.

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Groß, schmal, geschlossenes Profil: So sehen laut Conti Reifen für E-Autos aus.
Groß, schmal, geschlossenes Profil: So sehen laut Conti Reifen für E-Autos aus.
( Continental )

Ein niedriger Rollwiderstand der Reifen ist für jedes Auto wichtig – doch für Elektrofahrzeuge ist er geradezu essenziell, denn bei ihnen wirkt er sich sehr viel stärker auf die Reichweite aus.

Die Entwickler können von völlig neuen Voraussetzungen ausgehen. Denn E-Autos stellen keine so großen Anforderungen an die dynamischen Eigenschaften des Reifens, vor allem wegen ihrer geringen Höchstgeschwindigkeit.

Der erste Serienreifen, der konsequent nach diesem neuen Anforderungsprofil entwickelt wurde, ist der E-Contact von Continental. Er geht zuerst in den Dimensionen 125/80 R 13 und 145/80 R 13 an den Start und besitzt eine Freigabe für das Renault-Elektroauto Twizy.

Aerodynamische Seitenwand

Von konventionellen Reifen unterscheidet sich der E-Contact durch folgende Merkmale: Die Seitenwand des Reifens ist so gestaltet, dass möglichst wenig Energie beim Ein- und Ausfedern verlorengeht; das Gewicht wurde gesenkt. Das Profil weist vier Längsrillen und eine hohe Lamellenzahl auf und verzichtet auf Querrillen. Die sehr flache Reifenkontur verhindert eine starke Bewegung der Gürtelelemente des Reifens; dies verringert ebenfalls den Rollwiderstand. Die Seitenwand verzichtet auf die sonst üblichen Kanten und Designelemente, um den Luftwiderstand so gering wie möglich zu halten.

Trotz seines speziellen Profils soll der Neuling sichere Fahreigenschaften, präzises Handling und kurze Bremswege auf nasser Straße bieten, heißt es aus Hannover. Außerdem soll er wenig Lärm verursachen.

Selbst wenn der E-Contact in seiner ersten Anwendung im 13-Zoll-Format daherkommt, rechnet Continental damit, dass zukünftige Elektroautos sehr viel größere Dimensionen verwenden werden. Wo die Reise hingeht, zeigt das Unternehmen mit einem Prototypen in der Dimension 195/55 R 20.

Er hat 30 Prozent weniger Rollwiderstand als konventionelle Reifen. Der Grund: Mit dem größeren Durchmesser verringert sich die Verformung des Reifens beim Einlauf in die Bodenaufstandsfläche – dies reduziert den Rollwiderstand erheblich. Gleichzeitig schafft das große Luftvolumen dieselbe Tragfähigkeit wie bei bisher üblichen Größen. Die Karosserien und Radhäuser künftiger E-Autos müssen allerdings auch auf diese Dimensionen hin ausgelegt sein.

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