Continental bringt 3D-Display ins Auto

Autor: Jan Rosenow

Dreidimensionale Darstellungen im Fahrzeug sollen Warnhinweise besser erfassbar machen. Der Bildschirm von Continental funktioniert ohne Spezialbrille.

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Klassische Rundinstrumente – aber in 3-D-Darstellung: So soll das Display des Genesis GV 80 aussehen.
Klassische Rundinstrumente – aber in 3-D-Darstellung: So soll das Display des Genesis GV 80 aussehen.
(Bild: Continental)

Im Kino hat sich die Projektion von dreidimensional wirkenden Bildern mittlerweile als Standard etabliert. Allerdings braucht der Zuschauer dort eine Spezialbrille, um das rechte und linke Auge mit dem jeweils passenden Bild zu versorgen. Displays, die ohne solche Hilfsmittel einen 3-D-Eindruck erzeugen können, funktionieren oft nur dann gut, wenn sich der Kopf des Nutzers in einer sehr genau definierten Position zum Bildschirm befindet.

Continental hat nun ein 3-D-Display für Autos entwickelt, das ohne eine solche Brille auskommt. Es stellt Skalen, Zeiger und Objekte dreidimensional dar und kann beispielsweise ein warnendes Stoppschild ins Zentrum der Aufmerksamkeit des Fahrers rücken. Als technische Basis für den 3-D-Effekt dienen sogenannte Parallax-Barrieren – schräg gestellte Sichtblenden, die das Bild für den Betrachter aufteilen: Wie beim Blick auf reale Objekte erreicht das rechte und das linke Auge jeweils eine leicht versetzte Darstellung, was zum dreidimensionalen Eindruck führt.

Erster Serieneinsatz bei der Hyundai-Edelmarke

Unverzichtbar ist hierbei eine Innenraumkamera, die die Blickrichtung des Fahrers erfasst und die 3-D-Ansichten auf seine exakte Kopfposition einstellt. Um zu verhindern, dass der Fahrer seine Aufmerksamkeit zu lange auf den 3-D-Bildschirm richtet, bemerkt die Kamera dank Aufmerksamkeitserkennung zudem mögliche Ablenkungsmomente oder Müdigkeit des Fahrers.

Erster Serieneinsatz des Systems ist die Highline-Variante des Genesis GV-80. Der SUV der Hyundai-Edelmarke Genesis tritt in der Klasse von Mercedes-Benz GLE und BMW X5 an. Der Marktstart in Deutschland ist aber noch nicht terminiert.

Ein Traum für Kinder: 3D-Kino auf den Rücksitzen

Damit auch Beifahrer und Passagiere auf den Rücksitzen dreidimensionale Bilder sehen können, entwickelt Continental auf Basis der Natural-3D-Lightfield-Technik des US-amerikanischen Unternehmens Leia Inc. derzeit ein neues Display, das ohne Kameras zur Erfassung der Kopfbewegung oder 3-D-Brillen auskommt. Es spart dadurch nicht nur Gewicht, Platz und Kosten, sondern eröffnet auch für alle Mitfahrer die ganze Welt digitaler Dienste im vernetzten Auto – von Videokonferenzen über Onlineshopping bis hin zu Augmented-Reality-Spielen und 3-D-Filmen.

Anstelle der oben beschriebenen Parallax-Barrieren setzt das System auf die Diffractive-Lightfield-Backlighting-Technik von Leia. Dabei sorgt ein Lichtleiter mit Beugungsgittern und Nanostrukturen unter dem Display-Panel für eine Beugung des Lichtes und erzielt so einen natürlichen 3-D-Effekt. Continental passt diese Technologie für den Einsatz in Fahrzeugen an. Bis 2022 soll das System serienreif sein.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group