Corona-Krise: Autobauer bringen Kaufprämie ins Spiel

Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

Deutsche Autoproduzenten signalisieren, dass sie sich für den Weg aus der Corona-Krise staatliche Zuschüsse für den Autokauf wünschen. So könne auch der Umstieg auf umweltfreundlichere Antriebe gelingen. In der Politik finden sich dafür bereits Unterstützer.

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(Bild: ProMotor)

Die Hersteller Volkswagen und BMW schlagen staatliche Anreize für Autokäufer vor, um die Corona-Krise zu überwinden. BMW-Vorstandschef Oliver Zipse sagte der „Deutschen Presse-Agentur“ in München: „Wir sehen in einer Innovationsprämie eine doppelte Chance: Sie kann als Konjunkturmaßnahme die Wirtschaft ankurbeln und gleichzeitig den Umstieg der Kunden auf klimaschonende Technologien beschleunigen.“ So könne man wirtschaftliche Erholung mit wirksamem Klimaschutz kombinieren, „anstatt beides gegeneinander auszuspielen“.

Der Volkswagen-Manager Stefan Sommer hält es nicht für ausreichend, für einen Neustart des Autogeschäfts in Deutschland und Europa allein die Autohäuser und die Zulassungsstellen wieder zu öffnen. „Es braucht Investitionen in die Industrie und es braucht Investitionen in das Konsumverhalten“, sagte das Konzernvorstandsmitglied der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) am Samstag. Das werde sogar noch dringender notwendig sein als nach der internationalen Finanzkrise 2009. Damals zahlte der deutsche Staat eine Abwrackprämie beim Kauf eines Neuwagens.

Bayern und Niedersachen für eine Prämie

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hatte bereits am Donnerstag ein Automobil-Programm gefordert, das wie die Abwrackprämie 2009 den Autokauf ankurbeln solle. „Das ist eine Riesenchance, den klimafreundlichen Antrieben zum Durchbruch zu verhelfen, und zwar in der Breite.“ Verglichen mit der Abwrackprämie vor zehn Jahren müsse die Prämie aber höher sein und auch länger gewährt werden.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) forderte ebenfalls eine Abwrackprämie. „Vor allem der Umstieg auf umweltfreundliche Antriebe kann damit wesentlich beschleunigt und die Automobilindustrie im Strukturwandel unterstützt werden“, sagte Weil der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag).

Die Autobranche habe eine Schlüsselstellung, wenn die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden soll, sagte Weil der HAZ. Eine Abkehr von den Klimazielen in der Automobilindustrie lehnt er dagegen ab. „Umgekehrt darauf zu setzen, die Erreichung von CO2-Zielen zu strecken, dürfte auf der europäischen Ebene kaum durchzusetzen sein und würde hohe Investitionen der Unternehmen in Frage stellen.“

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sprach sich ebenso für ein Konjunkturprogramm für die Zeit nach dem Corona-Stillstand ausgesprochen. „Ein Weg wäre, die Prämie von 6.000 Euro beim Kauf eines Elektroautos befristet aufzustocken oder gar Anreize für den Kauf modernster Benziner und Diesel zu setzen“, sagte er der FAZ am Dienstag. Das diene gleichzeitig dem Klimaschutz. Er könne sich begrenzte Investitionshilfen aber auch für andere Branchen vorstellen, sagte der CDU-Politiker, der im Aufsichtsrat von Volkswagen sitzt.

Neue Prämie als „Strohfeuer“

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer lehnte eine neue Abwrackpämie ab. „Eine Abwrackprämie wird die Autoindustrie nicht auf die Beine bringen, sondern führt, wenn überhaupt, zu einem Strohfeuer“, sagte er am Montag. Die Prämie habe 2009 „die Grundlage dafür gelegt, dass die Autoindustrie bis heute bei der Elektromobilität hinterherhinkt“.

BMW hat die Produktion in seinen Werken in Europa und Nordamerika bis Ende April gestoppt. Bei Volkswagen bleiben die Werke der Kernmarke in Deutschland wegen der Corona-Pandemie bis 19. April geschlossen. In den USA wurden die meisten Mitarbeiter im Werk in Tennessee beurlaubt. Das soll nach jüngster Planung nicht länger als bis Mitte Mai gelten.

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