Dacia Duster: Zappenduster

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Martina Eicher

»Gebrauchtwagen Praxis« Kaufberatung: Dacia verpackt im Lifestyle-SUV preisgünstig gute Nissan-Gene. Reicht das?

Nach einem Facelift 2013 ging der Dacia Duster mit einem deutlich aufgewerteten Innenraum an den Start.
Nach einem Facelift 2013 ging der Dacia Duster mit einem deutlich aufgewerteten Innenraum an den Start.
(Foto: Dacia)

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. An dieser Kernaussage des englischen Sozialphilosophen John Ruskin rütteln Wirtschaftsunternehmen seit Dekaden – auch die Renaulttochter Dacia. Im rumänischen Pitesti dreht der Autohersteller an den einschlägigen Stellschrauben: Niedrigstlohnniveau und Zweitverwertung bereits bewährter Technik. Kombiniert mit der Konzentration aufs Wesentliche kreiert Dacia mit großem Markterfolg simple Fahrzeuge ohne technische Überfrachtung. Die angepeilten außereuropäischen Absatzmärkte bewerten Fahrzeuge eher nach den Schlechtwege-Fahreigenschaften und simpler Technik. Spurhalteassistent und Infotainmentsystem punkten nicht auf Steppenpisten. Die Modellpalette von Logan über Sandero bis Dokker richtet sich an automobile Minimalisten, die ihr Selbstwertgefühl nicht über Statussymbole definieren.

Nissan-Plattform

Dacia präsentierte den Duster 2009 auf dem Genfer Autosalon als trendige Lifestylestudie. Bis zur Vorstellung des Serienmodells auf der AMI 2010 ging allerdings sowohl das aufregende Design von Front und Heck als auch das technische Schman­kerl der gegenläufigen Türen über Bord. Trotzdem hebt sich der knuffige Duster vom bisherigen, daciatypisch drögen Design à la Logan wohltuend ab.