Dämpfle kombiniert erfolgreich zwei und vier Räder

Autor: Julia Mauritz

Seit Jahren liegt der regionale Marktanteil des Mazda-Betriebs Dämpfle aus Meckenbeuren – auch dank des professionellen Zweiradgeschäfts – bei rund fünf Prozent. Beim Vertriebs Award 2018 wurde Dämpfle dafür in der Kategorie Marktpräsenz prämiert.

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Das Autohaus Dämpfle liegt direkt an der Hauptstraße von Meckenbeuren.
Das Autohaus Dämpfle liegt direkt an der Hauptstraße von Meckenbeuren.
(Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

Es gibt verschiedene Wege, wie es einem Autohaus gelingen kann, den bundesweiten Marktanteil seines Herstellers deutlich zu toppen. Beim Meckenbeurer Autohaus Dämpfle, das seit 40 Jahren exklusiv die Marke Mazda vertreibt, ist es die Einzigartigkeit seines Geschäftsmodells, die ihm seit zehn Jahren einen regionalen Marktanteil von rund fünf Prozent beschert – bundesweit liegt Mazdas Marktanteil bei zwei Prozent. In der 13.000-Einwohner-Stadt Meckenbeuren in Oberschwaben verkauft das Autohaus mit drei Verkäufern – einer davon ist der Geschäftsführer selbst – Jahr für Jahr zwischen 500 und knapp 600 Neuwagen und rund 400 Gebrauchtwagen.

Dabei sind die Rahmenbedingungen nicht wirklich ideal: Der nahe gelegene Bodensee begrenzt das Marktgebiet nach Süden, und der Betrieb stößt platztechnisch gesehen regelmäßig an sein Limit. Das hohe Volumen ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass sich das Familienunternehmen rein auf das Geschäft mit Privatkunden und kleinen Gewerbetreibenden konzentriert. Noch beeindruckender ist eine andere Kennzahl: 2017 hatte das Autohaus Dämpfle nur eine einzige Tageszulassung generiert.

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Zusammenfassen lässt sich das besondere Geschäftsmodell, das seit Jahren eine überdurchschnittliche Marktpräsenz sicherstellt, in Kürze mit drei Begriffen: Fahrradverkauf, Profisport auf zwei Rädern und faire Preise. „Wir machen – nicht immer zur Freude des Herstellers – alles anders als die anderen“, schmunzelt Geschäftsführer Richard Dämpfle.

Seit 15 Jahren leitet der Unternehmer, der seit seiner frühen Jugend auch selbst im professionellen Motorrad- und Radrennsport aktiv ist, ein eigenes Mountainbiketeam namens Centurion Vaude. Und das ist keinesfalls nur eines von vielen: 2017 hat es bereits zum fünften Mal in Folge das härteste Mountainrennen der Welt, die Transalp, gewonnen. Jüngst wurde Centurion Vaude sogar zum besten Mountainbiketeam der Welt gekürt.

Fahrradleidenschaft zum Beruf gemacht

Seine Fahrradleidenschaft hat Richard Dämpfle zum Beruf gemacht: Als die Marke Mazda vor rund acht Jahren schwächelte und sich gleichzeitig ein E-Bike-Boom abzeichnete, entschied der Unternehmer, den bereits länger betriebenen Fahrradverkauf zu professionalisieren: Er etablierte die Zweiräder unter dem Namen Saikls Bikes & More als zweites, gleichwertiges Standbein neben Mazda.

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Eine bessere Entscheidung hätte der Unternehmer nicht treffen können: Heute erwirtschaftet das Familienunternehmen mit seinem zweigeschossigen Fahrradstore, in dem neben Rädern auch Zubehör verkauft wird, rund 2,5 Millionen Euro. Auch eine professionelle Zweiradwerkstatt gehört zum Unternehmen und trägt dazu bei, dass sich die Kunden im Geschäft vor allem am Wochenende schon fast auf die Füße treten.

Cafeteria vereint Autohaus und Fahrradgeschäft

Eine Trennwand zwischen dem Autohaus und dem Fahrradgeschäft gibt es bewusst nicht: Eine einladende Cafeteria mit einer hochwertigen Espressomaschine trennt die beiden Schauräume und bildet gleichzeitig eine Brücke zwischen dem Vier- und dem Zweiradbereich. Denn viele Besucher trinken hier kostenlos einen Kaffee und schlendern dann durch beide Flächen. „Es gibt viele Synergien, die wir in beide Richtungen nutzen“, bemerkt Richard Dämpfle.

Beispielsweise bekommt jeder Neu- und Gebrauchtwagenkäufer einen 100-Euro-Gutschein für das Fahrradgeschäft. Gleichzeitig bringt der Verkauf von hochwertigen Rennrädern viele finanzkräftige Kunden ins Haus, denen man auch Mazda-Modelle schmackhaft machen kann. Großen Unternehmen gewährt das Autohaus vergünstigte Einkaufskonditionen für sein Fahrradgeschäft.

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Über den Autor

 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Stv. Ressortleiterin