„Das E-Mobil ist das iPhone der Autoindustrie“

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Denn Kunden kauften mit einem Elektroauto nicht „nur“ ein neues Auto. Sie würden das System wechseln. Plötzlich verbraucht ihr Auto kein Benzin mehr, sondern Strom. Es bewegt sich in der Stadt extrem spritzig und stößt lokal keine Schadstoffe aus. Damit beeinflusst es die persönliche CO2-Bilanz positiv. Der Fahrer profitiert zudem von jeglicher Verbesserung der CO2-Bilanz im Kraftwerksnetz durch mehr erneuerbare Energie – unmittelbar und ein ganzes Autoleben lang.

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Aus diesem Grund werden laut der Bain-Strategen alle rational gestützten Argumente und Datenvergleiche zwischen Verbrennungsmotor und Elektroantrieb scheitern. Bei einem Systemwechsel würden Kunden über lange Zeit scheinbar liebgewonnene Produktattribute – wie etwa 800 Kilometer Reichweite pro Tankfüllung – als plötzlich nicht mehr so wichtig wahrnehmen.

Laut Bain wollen die Kunden den Systemwechsel ähnlich wie beim iPhone – plötzlich zählen die neuen „Apps“ und nicht die Standby-Zeit der Batterie.

Stromtankstellen sind Nebensache

Auch die Debatte über öffentliche Stromtankstellen, Steckernormierungen oder Akku-Tauschsysteme halten die Bain-Strategen für überflüssig. Nach ihren Analysen sei der Erfolg der Elektromobilität vom Aufbau einer kostspieligen Infrastruktur weitgehend unabhängig. Die meisten potenziellen Kunden brauchten keine öffentliche Infrastruktur, sondern könnten die eigene Steckdose oder die ihres Arbeitgebers nutzen. Lediglich 15 Prozent der potenziellen Elektroauto-Kunden bräuchten eine öffentlich zugängliche Stromtankstelle.

Auf Seite 3 lesen Sie, wie uneinig die Analysten über die Preisentwicklung bei den Antriebsbatterien sind.

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