Der Hammer fällt immer öfter virtuell

Auktion &Markt-Vorstand Marc Berger rechnet mit einer Verschmelzung von Live- und Onlineauktionen

26.06.2007 | Redakteur: Julia Mauritz

Marc Berger, Vorstand der Autobid.de, sieht speziell bei den Online- auktionen noch jede Menge Potenzial.
Marc Berger, Vorstand der Autobid.de, sieht speziell bei den Online- auktionen noch jede Menge Potenzial.

Redaktion: Herr Berger, Sie haben mittlerweile über 10 000 registrierte Händler auf der Plattform Autobid.de. Wieviel Potenzial sehen Sie noch?

Marc Berger: Das Potenzial ist riesig, wenn man bedenkt, dass wir nicht einfach nur eine Auktionsplattform betreiben, um Käufer und Verkäufer zusammenzubringen, sondern für alle Beteiligten Fullservice bieten.

Unsere 65 Mitarbeiter investieren viel Arbeit, damit unsere Einlieferer und Käufer europaweit so wenig Aufwand wie möglich haben. Mit wachsendem Fahrzeugangebot wächst auch die Anzahl registrierter Händler. Bequemer und sicherer kann ein Gebrauchtwagengeschäft kaum sein.

Läuft die Onlineauktion in der Zukunft der Liveauktion den Rang ab?

Unsere Onlineauktion entwickelt sich künftig sicher überproportional im Vergleich zu den Liveauktionen, da E-Business enorme Fortschritte macht. Trotzdem werden Liveauktionen immer ihre Berechtigung haben, da zum einen nicht alle Fahrzeuge „online-geeignet“ sind, zum anderen eine Liveauktion auch immer ein Branchentreffpunkt sein wird. Die Auktion & Markt AG sieht die Zukunft in einer Verschmelzung beider Auktionsformen; das ist jüngst durch unsere erste NetLive-Auktion geschehen. Hier haben alle Händler die Möglichkeit, über das Internet an Liveauktionen teilzunehmen – und das in sieben Sprachen.

Welche Vorteile bietet die Verknüfung zwischen Online- und Liveauktion dem Händler?

Durch die Verknüpfung beider Vertriebssysteme erweitern wir europaweit unseren Käuferkreis und damit auch das Fahrzeugangebot für die „Online-käufer“. Demnächst können die Händler nahezu alle „Live-Fahrzeuge“ auch über das Internet erwerben. Der Internetkäufer hat „geballten“ Zugriff auf ein riesiges Angebot an Gebrauchten, die jeweils an einem Standort in unseren Auktionszentren zusammengefasst werden. So fällt es auch leichter, 8, 16 oder mehr Fahrzeuge in einer Auktion zu ersteigern, die Lkw-weise zum Käufer transportiert werden können. Das spart Kosten.

Autobid.de ist mittlerweile europaweit aktiv. Wie nehmen die ausländischen Händler die Onlineauktion an?

Wir sind selbst überrascht, wie grenzübergreifend unser Onlinegeschäft inzwischen läuft. Zunächst gab es für unsere Käufer aus dem Ausland nur die Möglichkeit, über Autobid.de Fahrzeuge aus Deutschland zu kaufen. Seit ungefähr zwei Jahren begutachten unsere Mitarbeiter Gebrauchte in sieben Ländern Europas. Büros in Spanien und Portugal betreuen die dortigen Kunden in ihrer Landessprache. Die nächsten Tochterfirmen werden wir in Frankreich und Italien aufbauen. Im vergangenen Jahr haben 25 000 Fahrzeuge online den Besitzer gewechselt – 25 Prozent gingen ins Ausland.

Was ist Ihr Volumenziel im laufenden Geschäftsjahr?

Da der Gebrauchtwagenmarkt 2007 allgemein schwieriger ist als 2006, sehen wir realistisch einer Wiederholung unseres Vorjahresergebnisses entgegen, wobei ein kleiner Zuwachs von zirka 5 000 Einheiten denkbar wäre. Viele neue Einlieferer befinden sich zur Zeit noch im Aufbau, so dass ein größeres Volumen wohl erst im nächsten Jahr aufschlagen wird. Die Fragen stellte Stephan Maderner

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