Fahrzeugbestand Die Trabant- und Wartburg-Flotten wachsen

Von dpa/gr 2 min Lesedauer

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35 Jahre nach dem Ende der Produktion der beiden DDR-Modelle wächst der Fahrzeugbestand weiter – wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Zu sehen sind die Autos aber überwiegend bei Oldtimer-Treffen.

Wartburg-Modelle sieht man heutzutage vor allem auf Oldtimer-Treffen, etwa dieses Ambulanz-Modell. Doch der Wartburg-Bestand in Deutschland wächst 35 Jahre nach Produktionsende.(Foto:  gemeinfrei)
Wartburg-Modelle sieht man heutzutage vor allem auf Oldtimer-Treffen, etwa dieses Ambulanz-Modell. Doch der Wartburg-Bestand in Deutschland wächst 35 Jahre nach Produktionsende.
(Foto: gemeinfrei)

Auf deutschen Straßen sind derzeit noch etwa 9.100 Autos der DDR-Marke Wartburg unterwegs – 35 Jahre nach Einstellung der Produktion. Die Bestandszahlen für das Auto, das im ehemaligen Automobilwerk Eisenach bis zum 10. April 1991 gebaut wurde, waren über mehr als zwei Jahrzehnte dramatisch gesunken. Seit 2015 steigen sie wieder langsam, aber kontinuierlich, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg hervorgeht.

Nach den von der Behörde auf Anfrage zur Verfügung gestellten Daten hat der ehemalige DDR-Mittelklassewagen seine Fans größtenteils in Ostdeutschland. Nur 958 dieser noch zugelassenen DDR-Oldtimer rollen in Westdeutschland über die Straßen.

Derzeit sind die meisten der kantigen Gefährte, die anders als der legendäre Trabant eine Stahlblech-Karosserie haben, mit knapp 2.700 in Sachsen zugelassen. In Thüringen sind es noch mehr als 1.700, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind jeweils fast 1.500 Fahrzeuge angemeldet. In Berlin sind es dagegen nur knapp 200. Zehn Jahre nach dem Wartburg-Aus also im Jahr 2001, waren noch rund 52.000 der DDR-Gefährte zugelassen, 2011 waren es nur noch etwa 7.500 und 2021 dann wieder rund 8.500.

Ähnlich verhält es sich mit dem anderen Ost-Kultfahrzeug, dem Trabant. In der KBA-Bestandsstatistik wächst die angemeldete Flotte unter dem Eintrag „Sachsenring“ kontinuierlich. Für den Stichtag 1. Januar 2026 waren 41.862 Sachsenring-Fahrzeuge angemeldet – 1,0 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Man darf davon ausgehen, dass der Sachsenring-Bestand fast ausschließlich aus „Trabbis“ besteht. Bis Anfang der 2010er Jahre war deren Zahl noch rückläufig gewesen. Zum 1. Januar 2014 meldete das KBA einen Bestand von 32.311 Einheiten – also knapp 10.000 Einheiten weniger als heute. Seither geht der Bestand nach oben – zunächst mit einem jährlichen Zuwachs von um die 2,5 Prozent, in den 2020er Jahren mit Wachstumsraten von 1,5 Prozent.

Treffen der Wartburgfahrer Ende Juli in Eisenach

Einen Grund für die leicht gestiegenen Zulassungszahlen sehen Fachleute darin, dass angesichts der Preissteigerung für nostalgische DDR-Gefährte es wieder Interesse an längst stillgelegten Fahrzeugen gibt, die repariert und aufpoliert werden.

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Trotzdem bleibt der Wagen aus Eisenach auf den Straßen eine absolute Rarität – am häufigsten ist er noch bei Wartburg- oder Oldtimer-Treffen zu sehen. Das nächste internationale Wartburgfahrer-Treffen unter dem Motto „Heimweh“ ist nach Angaben der Veranstalter vom 31. Juli bis 3. August in Eisenach geplant. Der letzte in Eisenach gebaute Wartburg 1.3. ist im Technikmuseum „Automobile Welt Eisenach“ zu sehen. Es erinnert an die lange Automobilbautradition der Thüringer Stadt, die seit Anfang der 1990er Jahre durch ein Opel-Werk fortgesetzt wird.

Der erste Wartburg wurde nach Angaben von Fachleuten 1956 im Automobilwerk Eisenach unter der Bezeichnung 311 gebaut, 1966 folgte der Wartburg 353, der mehr als zwei Jahrzehnte produziert wurde. Montiert wurden bis zum Produktionsstopp 1991 etwa 1,2 Millionen Autos der Marke Wartburg. Insgesamt kamen aus dem Eisenacher Fahrzeugwerk, das Ende des 19. Jahrhunderts gegründet worden war, mehr als 1,8 Millionen Autos.

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