Die Trends vom Caravan-Salon in Düsseldorf

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Die Caravaning-Branche wächst und ist weiter auf Rekordkurs. Da verwundert es nicht, dass der Düsseldorfer Caravan-Salon wohl der größte seiner Geschichte wird. Und Überraschungen für seine Besucher parat hat.

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Teilintegrierte Reisemobile wie der neue Smove von Niesmann und Bischoff zählen zu den absoluten Publikumslieblingen.
Teilintegrierte Reisemobile wie der neue Smove von Niesmann und Bischoff zählen zu den absoluten Publikumslieblingen.
(Bild: Niesmann)

So manch fachfremdes Metier wird neidvoll zu den Reisemobil- und Wohnwagen-Herstellern herüber schielen, die seit dem 27. August ihre große Show auf dem 55. Caravan-Salon in Düsseldorf feiern. Europas wichtigste Branchenmesse zeigt sich so groß und so bunt wie nie. Dass die Branche sich seit Jahren über steten Zuwachs freut, einen Rekord nach dem anderen meldet und selbst in ihren optimistischsten Prognosen regelmäßig von der Realität überholt wird – im ersten Halbjahr 2016 wurde die Vorjahresbestmarke bereits wieder um rund 24 Prozent getoppt - hat nun wohl auch die Kreativabteilungen wachgerüttelt.

Neben dem anhaltenden Trend zu kompakten Reisemobilen sind Bemühungen um ein schickeres Außendesign, das sich an automobilem Styling orientiert, unverkennbar. Und aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus werden auch die Innenarchitekten wieder mutiger und beeindrucken mit einer ebenfalls noch nie dagewesenen Grundriss-Vielfalt.

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Der Schwerpunkt verschiebt sich immer mehr zu den Kastenwagen-Ausbauten, die diesmal in der großen Halle 15 sogar ein eigenes Refugium haben. Natürlich wird hier auch Camper-Primus VW mit seinem Bestseller California, dessen Palette lediglich um die Ocean-Sondermodelle Red, Blue und Grey mit entsprechend farbigen Aufstelldächern erweitert wird, beheimatet sein. Allerdings wird die Konkurrenz immer größer.

So stellt Kastenwagen-Spezialist Pössl seinen ersten Campingbus vor und greift mit seinem Campster auf Citroen-Spacetourer-Basis den Hannoveraner Bestseller mit einem variableren Grundriss an, bei dem sich zwecks bequemerem Personentransport der Küchenblock schnell ausbauen lässt. 38.000 Euro sind ein echter Kampfpreis. Der slowenische Hersteller Adria versucht mit dem Active auf Basis des Renault Trafic in der California-Klasse sein Glück. Und die zu Eura-Mobil gehörende Marke Karmann legt sogar schon eine zweite Variante des Colibri nach und hat das Kunststück fertig gebracht, eine Winkelküche nebst Bad und Toilette im Heck des Renault-Vans unterzubringen.

Teilintegrierte Modelle besonders kreativ

Eine Kategorie höher bei den ausgebauten Kastenwagen gehören der Hymercar Grand Canyon S auf dem Mercedes Sprinter, der La Strada Avanti L, der Malibu-Van 600 LE und der Weinsberg Caratour zu den interessantesten Objekten. Sie basieren allesamt auf dem Fiat Ducato, der endlich flächendeckend mit Euro-6-tauglichen Motoren verfügbar ist.

Doch auch wenn die Kastenwagen wahrscheinlich schon bald die teilintegrierten Modelle als beliebteste Reisemobil-Kategorie ablösen werden, die rollende Heime mit dem Führerhaus des Basisfahrzeugs und dem Wohnaufbau dahinter bilden nach wie vor die größte Gruppe unter den Düsseldorfer Neuheiten. Und das aus gutem Grund. Hier zeigen sich die Konstrukteure am kreativsten und am innovativsten. Hier rücken die beiden anderen großen Trends der weltgrößten Messe rund um den mobilen Urlaub am deutlichsten ins Rampenlicht: Design und Vielfalt.

Musterbeispiel für ein schickeres Außendesign ist der neue Smove von Niesmann und Bischoff, zweifellos ein echter Hingucker und ein Highlight des Caravan-Salons. Mit dem nahtlosen Übergang vom Fahrerhaus zum Aufbaudach wirkt der Teilintegrierte fast schon wie ein voll integriertes Fahrzeug, aber längst nicht so klobig. An der Frontpartie und mit den Sicken in der Seitenlinie erkennt man zudem Stilelemente aus dem Pkw-Bereich. Ähnliches es gilt für den Hobby Optima de Luxe, bei dem die Kunden neben einem ansehnlichen Outfit auch noch ein „All-Inclusive-Paket“ dazu bekommen.

Aber auch den integrierten Globebus von Dethleffs kann man sich als GT-Variante optisch verschönern lassen. Und dass selbst ein Luxus-Liner im Format eines Reisebusses schnittig daherkommen kann, beweist Morelo mit dem 10,29 Meter langen Empire Liner für die Kleinigkeit von 380.000 Euro.

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