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Dieter Zetsche verabschiedet sich mit Spar-Appell

| Autor / Redakteur: dpa / Jens Rehberg

Nach mehr als 13 Jahren an der Spitze hat sich Dieter Zetsche als Vorstandschef bei Daimler verabschiedet. Sein letztes Statement zu dem angekündigten Sparprogramm: „Alles steht auf dem Prüfstand.“

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Der scheidende Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche verneigt sich nach seiner Rede bei der Daimler-Hauptversammlung.
Der scheidende Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche verneigt sich nach seiner Rede bei der Daimler-Hauptversammlung.
(Bild: picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Die Ära endet mit einem Lächeln und einer kleinen Verbeugung. Nach mehr als 13 Jahren an der Spitze hat sich Dieter Zetsche als Vorstandschef bei Daimler verabschiedet. Unter der Führung des 49 Jahre alten Schweden Ola Källenius geht der Stuttgarter Autobauer nun in einen umfassenden Konzernumbau, der Daimler in der sich wandelnden Branche schneller und flexibler machen soll. Zum Abschied betonte Zetsche noch einmal die Notwendigkeit eines strikten Sparkurses. „Alles steht auf dem Prüfstand“, sagte der 66-Jährige bei der Hauptversammlung in Berlin.

Zetsche hatte schon im Februar „Gegenmaßnahmen“ angekündigt, nachdem der Konzern für 2018 einen herben Gewinneinbruch vermeldet hatte. Wie die genau aussehen werden, erläuterte er auch am Mittwoch nicht. Nur so viel: Im gesamten Unternehmen müssten Kosten sinken und die Effizienz steigen. Details wird Källenius irgendwann vorlegen müssen, der bislang Entwicklungschef bei Daimler war. Seine Amtszeit sollte offiziell mit dem Ende der Hauptversammlung am Abend beginnen.

Schleppendes Geschäft

Die weltweiten Handelskonflikte, teure Diesel-Rückrufe und Probleme bei der Umstellung auf den neuen Abgasteststandard WLTP hatten 2018 dafür gesorgt, dass Daimler mehr als ein Viertel seines Gewinns einbüßte. Allein das Diesel-Thema habe 2018 einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag gekostet, sagte der ebenfalls scheidende Finanzchef Bodo Uebber. Am Ende waren unter dem Strich zwar immer noch fast 7,6 Milliarden Euro geblieben. An den langfristigen Zielen des Konzerns bemessen, ist das aber zu wenig. Auch der Start ins Jahr 2019 verlief eher schleppend. „Das hatten wir erwartet, aber das macht es nicht besser“, räumte Zetsche ein.

Daimler investiert derzeit Milliarden in die Elektromobilität. Erst kürzlich kam der rein batteriebetriebene EQC auf den Markt, bis 2022 soll jeder Mercedes zumindest teilweise auch mit Strom fahren. Bis 2040 will Daimler die gesamte Neuwagen-Flotte CO2-neutral machen. Dazu kommen neue digitale Geschäftsfelder. „Die neuen, zusätzlichen Technologien im Auto haben ihren Preis“, sagte Zetsche. Die Fahrzeuge für die Kunden nicht unerschwinglich werden zu lassen, sei nun die große Aufgabe.

Ein Baustein dafür: Das „Projekt Zukunft“, mit dem der Konzern in den kommenden Monaten in drei rechtlich selbstständige Einheiten unter dem Dach der Daimler AG aufgeteilt werden soll – die Zustimmung der Aktionäre vorausgesetzt. In einer wird das Geschäft mit Autos und Vans gebündelt, eine kümmert sich um Lastwagen und Busse und eine um Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen. Einmalig bis zu 700 Millionen Euro kostet dieser Umbau, laufende Kosten in den kommenden Jahren noch nicht mitgerechnet. Dafür sollen die einzelnen Sparten-AGs künftig beweglicher sein, zum Beispiel um schneller und einfacher mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten zu können. „Wir müssen nicht alles allein machen“, betonte Zetsche am Mittwoch noch einmal.

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