Suchen

Dirkes muss Neustart einleiten

| Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Jens Rehberg

Marktturbulenzen und zu schnelles Wachstum haben die Automobilgruppe Dirkes ins Schleudern gebracht. Nun strebt das Kölner Autohaus eine Sanierung in Eigenverwaltung an und hat die notwendigen Schritte dafür eingeleitet.

Firma zum Thema

Die Automobilgruppe Dirkes strebt eine Sanierung in Eigenverwaltung an.
Die Automobilgruppe Dirkes strebt eine Sanierung in Eigenverwaltung an.
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Die Automobilgruppe Dirkes hat Insolvenz angemeldet und strebt nun eine Sanierung in Eigenverwaltung an. Laut einer Pressemitteilung vom Freitag wurde die Sanierung notwendig, nachdem das Unternehmen stark in Wachstum investiert hatte. Allerdings habe man im vergangenen Jahr marktbedingte deutliche Umsatz- und Ertragseinbrüche beim Fahrzeugverkauf einstecken müssen, die durch die Diesel-Krise weiter verschärft worden seien. Dies belastete die Liquidität offenbar zu stark.

Knapp 9.000 Fahrzeuge verkaufte das Autohaus im vergangenen Jahr – davon mehr als zwei Drittel Neuwagen – an den insgesamt sieben Standorten in Köln, Frechen, Bonn, Troisdorf und St. Augustin. Mit seinen Kfz-Betrieben sowie einem Logistikzentrum erzielte die Autohausgruppe rund 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Bei einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung voll handlungsfähig, um die angestoßenen Sanierungsmaßnahmen selber umsetzen zu können.

In der Regel wird ein solches Verfahren nur dann genehmigt, wenn das Unternehmen die Chance auf eine nachhaltige Sanierung besitzt und keine Nachteile für die Gläubiger bestehen.

„Die Anordnung des Gerichtes sehen wir als einen ersten Vertrauensbeweis und eine Bestätigung der bisherigen Vorarbeiten für das Verfahren. Wir werden das jetzt angeordnete vorläufige Eigenverwaltungsverfahren dazu nutzen, um unsere bisherigen Pläne zur strategischen Neuausrichtung weiter auszuarbeiten und konsequent umzusetzen“, erklärt Geschäftsführer Frank Perez.

Ziel der Neuausrichtung ist der stärkere Fokus auf das regionale Neuwagen- und Service-Geschäft. Diesen Weg hat die Autohausgruppe bereits in den vergangenen Monaten eingeschlagen.

„Damit wollen wir unsere Stärken der Kundennähe und der Serviceorientierung konsequent nutzen und ausbauen. Im regionalen Geschäft sehen wir im Gegensatz zu unserer bisherigen stärker standortunabhängigen Ausrichtung das größere Entwicklungspotential“, erläutert Perez den Kern des Konzepts.

Unterstützung erhält die Geschäftsführung durch die Sanierungsberater von Schultze & Braun. Zudem hat das Amtsgericht Köln Jens Schmidt von der Kanzlei Runkel/Schneider/Weber als vorläufigen Sachwalter ernannt, der die Sanierung aus Sicht der Gläubiger überwacht.

„Lieferanten und Finanzierer haben bereits im Vorfeld ihre Unterstützungsbereitschaft signalisiert. Das gibt uns Zuversicht, dass wir gemeinsam einen guten Sanierungserfolg erzielen können“, erläutert Gunnar Müller-Henneberg, Sanierer bei Schultze & Braun.

Laut der Pressemitteilung haben auch die von Dirkes vertretenen Fabrikate signalisiert, die Sanierung in Eigenverwaltung unterstützen zu wollen. Der Betrieb vertritt alle FCA-Marken, die japanischen Fabrikate Nissan, Suzuki und Mitsubishi sowie Citroën.

Der Geschäftsbetrieb in den sieben Autohäusern im Großraum Köln-Bonn geht im Rahmen der strategischen Neuausrichtung weiter. Die 220 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe sind zunächst bis einschließlich Juli abgesichert.

(ID:45966680)