DUH-Stickoxid-Messung: Ford Mondeo reißt den Grenzwert neunfach

Herstellerkommentar: „Keine illegalen Abschalteinrichtungen“

| Autor: dpa/jr

Einige Ford-Modelle sind bei den jüngsten Stickoxid-Messungen der DUH negativ aufgefallen.
Einige Ford-Modelle sind bei den jüngsten Stickoxid-Messungen der DUH negativ aufgefallen. (Bild: DUH)

Der Verein „Deutsche Umwelthilfe“ (DUH) hat bei Tests auf der Straße überhöhte Stickoxid-Emissionen bei weiteren Diesel-Autos festgestellt. 33 von 36 untersuchten Fahrzeugen hätten den für ihre Fahrzeugklasse geltenden Grenzwert verletzt, teilte der Verein am Mittwoch mit. Besonders negativ aufgefallen seien die getesteten Ford-Modelle – unter den sieben Fahrzeugen mit den schlechtesten Stickoxid-Werten seien gleich drei Ford-Modelle gelandet. Der Ford Mondeo 2.0 Duratorq TDCi überschreite als Negativ-Spitzenreiter mit durchschnittlich 739 mg NOx pro Kilometer den Grenzwert um das 9,2-fache. Zu den Modellen mit stark erhöhten Werten zählten auch der Nissan Qashqai 1.6 dCi (8,5-fache Überschreitung) und der Renault Scenic 1,6 dCi (8,2-fache Überschreitung).

Ford betonte auf Anfrage, bei der Abgasreinigung keine illegalen Abschalteinrichtungen zu verwenden. „Alle unsere Fahrzeuge und Motoren, einschließlich der modernen Euro-6-Dieselmotoren, erfüllen die derzeit gültigen beziehungsweise vorgeschriebenen Abgasrichtlinien.“

„Selbst bei sommerlichen Temperaturen verpesten die aktuell verkauften Euro-6-Diesel-Pkw die Luft in unseren Städten 70 Mal mehr als moderne Benzin- beziehungsweise Benzin-Hybrid-Fahrzeuge“, kritisierte indes Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Wenn der politische Wille fehle, die Grenzwerte durchzusetzen, bleibe nur ein Fahrverbot für alle Diesel in Innenstädten.

Dass es derzeit auch schon anders geht, zeigten im Rahmen der DUH-Messung immerhin drei Kandidaten, die die NOx-Grenzwerte auch im realen Straßenverkehr einhielten. Sowohl der Audi Q3 2.0 TDI Quattro als auch der Mercedes E220d unterboten mit weniger als 50 Milligramm NOx die gesetzlichen Vorgaben deutlich. Gleiches gelang dem als Nutzfahrzeug zugelassenen VW T6 2.0 TDI; er bliebt mit 118 mg unter dem dort geltenden Grenzwert von 125 Milligramm pro Kilometer.

Bei den Abgas-Messungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), die Verkehrsminister Dobrindt im April veröffentlicht hatte, waren die drei jetzt von der DUH am schlechtesten getesteten Modelle nicht überprüft worden. Bei den KBA-Messungen war unter anderem der Opel Insignia 2.0 mit einer fünffachen Grenzwertüberschreitung auf der Straße negativ aufgefallen. Insgesamt hatte das KBA bei 22 von 53 untersuchten Fahrzeugen so hohe Werte gemessen, dass die Behörde die Abgasreinigungsstrategie der betroffenen Hersteller in Frage stellte.

Am Montag hatte das KBA grünes Licht für die erste einer ganzen Reihe von Service-Aktionen gegeben, in deren Rahmen bei insgesamt 630.000 Fahrzeugen die Abgasreinigung nachjustiert werden soll.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44258220 / Technik)

Plus-Fachartikel

Tradus: „Für große Börsen sind Nutzfahrzeuge Nebensache“

Tradus: „Für große Börsen sind Nutzfahrzeuge Nebensache“

Auch unter den Spezial-Fahrzeugbörsen beleben neue Wettbewerber den Markt. Nadja Sörgel von der Plattform Tradus spricht im Interview darüber, wo der Marktplatz aus ihrer Sicht im Vergleich zu den Platzhirschen die Nase vorn hat. lesen

Garantiezusage: Brisante rechtliche Folgen

Garantiezusage: Brisante rechtliche Folgen

Die Finanzgerichte befassen sich regelmäßig mit der Frage der korrekten Versteuerung von Garantiezusagen für Gebrauchtwagen. Ein aktuelles BFH-Urteil gibt wichtige Hinweise für Autohäuser, die zusätzlich zum Kfz-Verkauf auch Eigengarantien anbieten. lesen