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E-Call: Notruf Werkstatt

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Der automatische Notruf ist ein Sicherheitsfeature – doch mit der zugrunde liegenden Mobilfunktechnik kann das Auto auch ganz andere Daten übermitteln. Diese Technik hat das Potenzial, den Aftermarket zu verändern.

Der E-Call soll die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, um bis zu 50 Prozent verkürzen.
Der E-Call soll die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, um bis zu 50 Prozent verkürzen.
(Bild: Milano Medien GmbH)

Seit dem 31. März 2018 müssen neu homologierte Fahrzeugmodelle ein automatisches Notrufsystem besitzen, den sogenannten E-Call (Emergency-Call). Dieses sendet im Fall eines Crashs automatisch oder per Knopfdruck ein Notsignal an die zuständige Leitstelle und verringert so die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Der E-Call soll laut EU jährlich bis zu 2.500 Leben retten, weil die Verunfallten schneller Hilfe bekommen.

Bis eine größere Zahl von Automobilen automatische Notrufe sendet, wird es aber noch eine Weile dauern. Denn die EU-Kommission hat in der EU-VO 2015/758 keinen Termin festgelegt, zu dem alle Neufahrzeuge mit dem E-Call ausgerüstet sein müssen. Nur bei Modellwechseln wird das System also zwangsweise eingeführt. Die Aussagen der Autohersteller (siehe Kasten) zeigen, dass nur bei einer Minderheit heute schon E-Call-Autos im Programm sind. Nach Berechnungen der Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft wird es fast ein Jahrzehnt dauern, bis auch nur die Hälfte aller Autos mit dem automatischen Notrufsystem ausgestattet ist. Eine flächendeckende Verbreitung ist nicht vor dem Jahr 2035 zu erwarten.