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Ebert Automobile dreht das große Skoda-Rad

| Autor: Andreas Grimm

Der traditionsreiche Händler Ebert Automobile baut das Skoda-Geschäft zu einem starken Standbein neben der Mercedes-Vertretung aus. Nun hat das Unternehmen in Heidelberg einen lange offenen Open Point geschlossen und erwartet sich hohe Stückzahlen.

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Ebert Automobile hat in Heidelberg den vierten Skoda-Standort eröffnet und damit einen langjährigen Open Point des Fabrikats geschlossen.
Ebert Automobile hat in Heidelberg den vierten Skoda-Standort eröffnet und damit einen langjährigen Open Point des Fabrikats geschlossen.
(Bild: Ebert Automobile)

Die Ebert-Gruppe hat am vergangenen Wochenende einen neuen Skoda-Standort in Heidelberg in Betrieb gekommen. Mit dem Exklusivbetrieb rundet der traditionsreiche Händler, der weltweit zu den ältesten Mercedes-Partnern zählt (seit 1898), seine noch junge Skoda-Strategie vorerst ab. Zudem schließt der Händler einen lange bestehenden Open Point, der aus Sicht des Importeurs durchaus ärgerlich war, weil er Stückzahlen kostete.

Entstanden ist Skoda Heidelberg in einem ehemaligen Rewe-Supermarkt, die reine Bauzeit betrug etwa fünf Monate. Das Grundstück ist 2.500 Quadratmeter groß, als Ausstellungsfläche stehen 1.200 Quadratmeter zur Verfügung, das Gesamtgebäude hat eine Fläche von 1.800 Quadratmetern. Damit fällt der Skoda-Betrieb für einen Neustart sehr großzügig aus, doch Bernd Baldus, Geschäftsführer von Ebert Automobile, hat in der Universitätsstadt auch einiges vor.

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400 Neuwagen und 250 Gebrauchte – unter anderem setzt Ebert auf das Gebrauchtwagenprogramm Skoda Plus – soll der Standort im kommenden Jahr umsetzen. Doch mittelfristig kann das tschechische Fabrikat aus Sicht des Geschäftsführers die Stückzahlen in Heidelberg deutlich steigern, verfügen die Stadt und das Umland doch über eine hohe Kaufkraft und viele Firmen, die für das Flottengeschäft interessant sind. Allerdings muss sich die Marke erst einen Kundenstamm erobern.

Denn seit einigen Jahren gibt es keinen Skoda-Händler mehr in der Stadt, Skoda-Interessierte mussten nach Ludwigshafen oder Speyer fahren – oder eben Weinheim, wo Ebert bereits mit Skoda handelt. Ein Ausgreifen nach Heidelberg lag folglich nahe, da man auch weiter nördlich bereits vor einigen Jahren in Bensheim einen insolventen Skoda-Betrieb übernommen hatte. Damals allerdings schon mit der Prämisse, mit dem Fabrikat weiter in der Region wachsen zu wollen. Nun ist das Skoda-Geschäft entlang der Bergstraße in einer Hand, in der von Ebert Automobile.

Dass es in Heidelberg länger gedauert hat als geplant, lag vor allem am leergefegten Immobilienmarkt in der Stadt. Zwei Jahre habe er nach einem passenden Objekt gesucht, berichtete Baldus im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Auch die jetzige Immobilie ist nur langfristig gepachtet, ein Kauf käme zu teuer. In den Umbau investierte Ebert dennoch weit über eine Million Euro.

Mit Heidelberg verkauft Ebert Automobile Skoda nun an vier Standorten. Zur tschechischen Marke war der Händler eher zufällig im Jahr 2009 am Stammsitz in Weinheim gekommen, Anfang 2016 kam Bensheim dazu und im April dieses Jahres startete Ebert mit Skoda in Eberbach. Dort hatte man im Jahr zuvor einen Mercedes-Betrieb übernommen, der nur als Gebrauchtwagen- und Servicestützpunkt weitergeführt wird. Um die Immobilie auszulasten, ist nun Skoda eingezogen. Der Händler will dort zunächst 100 Neu- und 50 Gebrauchtwagen der Tschechen vermarkten.

„Skoda ist eine stark wachsende Marke, die sich durch hochwertige Produkte auszeichnet. Die gelebte positive Partnerschaft gab ebenfalls den Ausschlag, erneut in die Marke zu investieren“, bilanziert Bernd Baldus die Skoda-Entwicklung der letzten Jahre. Künftig wird sein Unternehmen an acht Standorten vertreten sein. Etwa 300 Mitarbeiter kümmern sich dann um die Anliegen der Kunden. Sie werden wohl weit über 3.000 Neu- und Gebrauchtwagen vermarkten. Bereits im Jahr 2016 waren es über 2.500 Einheiten gewesen – mit zwei Standorten weniger.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«