Oktober-Statistik Ein Drittel weniger Neuzulassungen in Europa

Von Jens Rehberg

Ein Ende der Halbleiterkrise ist nicht in Sicht – das schlägt sich natürlich auch in der Entwicklung des europäischen Neuwagenmarktes nieder. Aber nicht alle Hersteller trifft es gleich hart.

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(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Die Zahl der Pkw-Neuregistrierungen in Europa (EU, Efta und Großbritannien) ist auch im vergangenen Monat weit hinter dem Vorjahresniveau zurückgeblieben. Wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag in Brüssel mitteilte, wurden im Oktober mit knapp 800.000 Einheiten rund 29 Prozent weniger Neuwagen registriert als im Vorjahresmonat.

Im Hinblick auf den bisherigen Jahresverlauf liegt der europäische Pkw-Markt mit 9,96 Millionen Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber immer noch 2,7 Prozent im Plus.

In den fünf größten Einzelmärkten fiel der Absatzrückgang zum Teil deutlich stärker aus als im Euro-Schnitt: In Italien lagen die Neuzulassungen im Oktober um 35,7 Prozent unter den Vorjahreszahlen, in Deutschland um 34,9 Prozent und in Frankreich um 30,7 Prozent. In Großbritannien wurden 24,6 Prozent weniger Autos neu zugelassen als ein Jahr zuvor, in Spanien waren es 20,5 Prozent weniger.

Die größten europaweiten Neuzulassungsrückgänge unter den deutschen Herstellern mussten Volkswagen (-42 %) und Ford (-41 %) hinnehmen. Die Wolfsburger Kernmarke VW lag im Oktober 40 Prozent unter dem Vorjahresmonat, wohingegen Porsche um gut 13 Prozent zulegen konnte. Mercedes verzeichnete europaweit 36 Prozent weniger Neuregistrierungen, bei Opel/Vauxhall waren es 31 Prozent weniger. Bei BMW lagen die Zahlen 21 Prozent unter den Neuzulassungszahlen des Oktobers 2020.

Da sich die Hyundai Motor Company offenbar vergleichsweise gut mit Chips eindecken konnte, liegen ihre beiden Fabrikate in der europäischen Neuzulassungsstatistik für den vergangenen Monat knapp sieben Prozent über dem Niveau aus dem Oktober 2020. Von Januar bis Oktober dieses Jahres wurden insgesamt 22 Prozent mehr Kia- und 23 Prozent mehr Hyundai-Neuregistrierungen gezählt.

Wachstumsdynamik bei elektrifizierten Pkw verlangsamt sich

„Die Chipkrise hat nun endgültig auch das Elektrosegment erreicht – in Deutschland war der Absatz von Plug-in-Hybriden im Oktober sogar rückläufig", kommentierte Ernst & Young-Partner Peter Fuß die jüngsten ACEA-Zahlen. Hierzulande waren die PHEV-Neuzulassungen im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5 Prozent gefallen. In den fünf größten Märkten Europas wurden insgesamt nur 8 Prozent mehr Plug-in-Hybride neu registriert. Im September hatte diese Wachstumsrate noch bei 28 Prozent gelegen, im bisherigen Jahresverlauf bei 116 Prozent.

Der Absatz von rein batteriebetriebenen Neuwagen stieg nach Berechnungen von EY in den Top-5-Märkten im Oktober nur noch um 52 Prozent (September: plus 60 Prozent; bisheriger Jahresverlauf: plus 94 Prozent).

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